Jahresrückblick 1973 Der Jom-Kippur-Krieg

Stand: 13.12.2010 14:49 Uhr

Am 6. Oktober, ausgerechnet an Jom Kippur, dem höchsten Feiertag Israels, beginnt Ägypten den siebten Palästina-Krieg. Von langer Hand vorbereitet, durchbrechen die zweite und dritte Armee auf Befehl von Präsident Sadat die völlig überraschte israelische Verteidigungslinie, die bis dahin als unüberwindbar galt und überquert den Suez-Kanal.

Krieg zwischen Syrien und Israel

Zeitgleich greift Syrien die Golanhöhen an. Israel gelingt es zwar, den Angriff abzuwehren. Es kann die syrische Front jedoch nicht durchbrechen. Ölraffinerien und die syrische Hauptstadt Damaskus werden flächendeckend bombardiert, die meisten Opfer sind Zivilisten. Die israelische Luftwaffe erleidet große Verluste durch den Einsatz von Flak-Raketen aus sowjetischer Produktion. Auf arabischer Seite gibt es 20.000 Tote zu beklagen, zehnmal so viele wie in Israel.

UNO ruft Waffenstillstand aus

Die beiden Großmächte intervenieren aus Angst vor einer Ausweitung des Konfliktes. Die USA bekennen sich zwar zu Israel, fürchten jedoch die Macht der Ölscheichs. Eine Erklärung der UNO ruft zu einem Waffenstillstand unter der Schirmherrschaft der UdSSR auf. US-Außenminister Kissinger lehnt dies ab. Gespräche in Moskau und Kairo folgen. Eine Waffenruhe wird vereinbart, am 11. November treffen sich die Unterhändler beider Seiten zum ersten Mal seit 17 Jahren wieder direkt an einem Verhandlungstisch. Obwohl Verletzungen der Waffenruhe die Gespräche überschatten, einigt man sich auf einen Austausch der Kriegsgefangenen, der schon vier Tage später stattfindet. Allerdings besitzt er eher symbolischen Charakter, da sich außer Ägypten keines der anderen arabischen Länder daran beteiligt.

Gewinner des Krieges

Die "Gewinner" dieses Krieges sind wohl die Palästinenser, die 25 Jahre nach ihrer Vertreibung durch den Staat Israel noch immer in Lagern ihrer Rückkehr harren. Für sie eröffnet sich durch diesen Krieg zumindest eine geringe Aussicht auf einen eigenen Staat, nachdem der Bombenterror palästinensischer Extremisten im Westen bisher nur auf Ablehnung und Unverständnis gestoßen ist.

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