Jahresrückblick 1976 Afrika kommt nicht zur Ruhe

Stand: 14.12.2010 15:46 Uhr

Bürgerkrieg in Angola, brutale Repression in Rhodesien, Tote bei Demonstrationen im südafrikanischen Soweto - der Kampf um die Macht in den afrikanischen Staaten tobt unvermindert weiter.

Für Angola und Mosambik hat die Nelkenrevolution zwar die staatliche Unabhängigkeit gebracht, der Krieg aber hat die Länder ausgelaugt und ins Massenelend geführt.

Bürgerkrieg in Angola

In Angola ziehen nach dem Befreiungskampf die westlich organisierten Befreiungsorganisationen FNLA und UNITA mit südafrikanischer Unterstützung gegen ihre ehemaligen Waffenbrüder, die kommunistische Befreiungsbewegung MPLA, zu Felde. Mit Hilfe kubanischer Truppen entscheidet die MPLA den seit Monaten tobenden Bürgerkrieg. FNLA und UNITA sind nahezu zerschlagen. Einige westliche Staaten erkennen nur wenige Tage später die MPLA als Regierung an. Dieses bedeutet jedoch kein Ende der Bürgerkriege im afrikanischen Land.

Rhodesien

Der rhodesische Präsident Ian Smith hat noch Anfang des Jahres darauf beharrt, dass die schwarze Mehrheit auch "in 1000 Jahren" nicht die Regierung stellen werde. Als Reaktion auf Untergrundkämpfer verübt die Armee auf mosambikanischen Boden ein Massaker, dem auch Zivilisten zum Opfer fallen. Der fanatische Verteidigungskampf wird neben der Armee von etwa 5000 weißen Farmern getragen. Ein Nebeneinander von Weiß und Schwarz wäre in Rhodesien einfacher zu denken gewesen als in Südafrika. Nicht Diskriminierung trennt hier die Menschen voneinander sondern Klassenunterschiede. In Genf kommt es auf Initiative von US-Außenminister Kissinger zu Verhandlungen über die Zukunft des Landes, an denen neben den Konfliktparteien auch die britische Kolonialmacht teilnimmt.

Aufstand in Südafrika:

Bei Unruhen im Johannesburger Vorort Soweto sterben 140 Menschen, 800 werden verletzt. Die Regierung der weißen Minderheit gerät international zunehmend in die Isolation.