Jahresrückblick 1999 Ausgewählte Bilder aus dem Kosovo-Krieg

Stand: 18.12.2010 21:50 Uhr

Einer der wichtigsten Männer im Kosovo-Krieg war Nato-Sprecher Jamie Shea. Er entschied, welche Bilder aus den Kampfgebieten veröffnetlicht wurden. Die Reporter im Kosovo-Krieg wurden, ob sie wollen oder nicht, zu Instrumenten der Kriegsparteien. Zeit zum Recherchieren blieb kaum.

Fotos und Filmaufnahmen wurden vom Belgrader Staatsfernsehen oder von der NATO in Brüssel zensiert.  Shea lieferte Tag für Tag den Medien die Informationen. Er gab Kriegsbilder weiter, von der NATO ausgewählt und bereitgestellt.

Viele sähen den Kosovo-Krieg als ersten Medienkrieg, sagt Jamie Shea, bei dem der Kampf um die Herzen der Zuschauer genauso wichtig sei wie die Luftangriffe. Insofern seien die Reporter für die NATO wie Soldaten gewesen, die der Öffentlichkeit erklären sollen, warum dieser Krieg so wichtig ist.

Nach der Zerstörung der zentralen Sendeanlagen des jugoslawischen Fernsehens in Belgrad war die NATO alleinige Informationsquelle. Von da an gab es keine Bilder von fehlgeschlagenen NATO-Angriffen mehr. Für die Zukunft hofft Jamie Shea auf bessere Kameras in Raketenspitzen und mit Kameras ausgerüstete Stoßtrupps.

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