Jahresrückblick 1999 Schlagzeilen April bis Juni

Stand: 18.12.2010 22:00 Uhr

20. April
Zwei schwerbewaffnete Jugendliche töten in ihrer Schule in Littleton zwölf Mitschüler und einen Lehrer, anschließend sich selbst. 28 Schüler werden verletzt. Die Tagebücher der Täter zeigen: Die Bluttat war seit einem Jahr geplant. Im Juni lehnt der US-Kongress eine Verschärfung der Waffengesetze ab.

25. April
Zehntausend Anhänger der Falungong-Sekte demonstrieren in Peking für freie Religionsausübung - der größte Protest seit zehn Jahren in China. Die Regierung geht hart vor: Im Juli wird die Bewegung verboten, im November werden Urteile mit langen Haftstrafen verkündet.

12. Mai
Der russische Präsident Jelzin entläßt Regierungschef Jewgeni Primakow, weil dieser Wirtschaftsreformen nicht durchgesetzt habe. Nachfolger wird Sergej Stepaschin, bisher Innenminister. Nach drei Monaten entlässt Jelzin auch ihn. Seit August ist Wladimir Putin Ministerpräsident. Jelzins Gesundheitszustand wird verschlechtert sich zusehends.

13. Mai
Außenminister Fischer wird mit einem Farbbeutel beworfen, beim Sonderparteitag der Grünen, der ganz im Zeichen des Kosovo-Krieges steht. Im Sommer geht es vor allem um Strategie-Diskussionen. Nach den verlorenen Landtagswahlen im September streiten die Bündnisgrünen um Struktur und Besetzung der Parteispitze.

17. Mai
Ehud Barak wird neuer Ministerpräsident in Israel. 56 Prozent der Wähler stimmen für einen Regierungswechsel. Im September unterzeichnen Barak und PLO-Chef Arafat ein Zusatzabkommen zum Wye-Vertrag. Israel entlässt palästinensische Gefangene und zieht weitere Truppen aus dem Westjordanland ab.

21. Mai
Der Bundesrat verabschiedet die umstrittene Reform des Staatsbürgerschaftsrechts. Vom Jahr 2000 an erhalten in Deutschland geborene Ausländerkinder die doppelte Staatsbürgerschaft, müssen sich aber bis zum 23. Lebensjahr für einen Pass entscheiden. Die Einbürgerungsfristen für Erwachsene werden verkürzt.

3. Juni
Die EU beschließt auf dem Gipfel in Köln, eine eigene Sicherheits- und Verteidigungs-Politik aufzubauen. Auch weitere gemeinsame Hilfen für Russland werden unter der deutschen Ratspräsidentschaft vereinbart. Beim Weltwirtschafts-Gipfel zwei Wochen später verkünden die sieben führenden Industrie-Nationen und Russland einen Schuldenerlaß für 36 Entwicklungsländer.

16. Juni
Thabo Mbeki ist neuer Präsident von Südafrika. Bei den zweiten demokratischen Wahlen erhält sein Afrikanischer Nationalkongress 66 Prozent der Stimmen. Vorgänger Nelson Mandela zieht sich mit 80 Jahren aus der Politik zurück.

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