Jahresrückblick 1999 Regierungspolitik 1999

Stand: 18.12.2010 22:01 Uhr

Das Jahr beginnt vielversprechend für Gerhard Schröder. Große Projekte werden direkt angegangen: Steuerreform, Atomausstieg und Entschädigungsfonds.

Im März tritt Finanzminister und SPD-Parteichef Oskar Lafontaine von seinen Ämtern zurück - der erste und wahrscheinlich schwerste Rückschlag in Schröders Amtszeit. Schröder übernimmt auch das Amt des Parteivorsitzenden.

Kosovo-Krieg und innenpolitsiche Pannen

Ende März beginnt der Kosovo-Krieg. Die NATO bombardiert Jugoslawien - deutsche Tornados fliegen mit. Der Krieg verschafft der rot-grünen Regierung unerwartete Popularität und überdeckt die innenpolitischen Pannen und Probleme - keines der Reformprojekte kommt voran.

Gerhard Schröder startet einen verhängnisvollen Vorstoß: Das Schröder-Blair-Papier. Was zum "Evangelium der neuen Mitte" werden soll, wird ein "Rohrkrepierer". Seine Lifestyle-Fotos bringen gestandene Sozialdemokraten in Rage und Schröder in eine Image-Krise: Er wird als "Kaschmir- und Cohiba-Kanzler" verhöhnt. Im Herbst jagt eine Wahlniederlage die nächste.

Mehr soziale Wärme

Beim SPD-Parteitag schlägt Schröder den Ausgleichskurs ein, zeigt mehr soziale Wärme in seiner Rede und fährt ein blendendes Wahlergebnis als Parteivorsitzender ein. Dies gibt Rückenwind für's Regieren: Rentengipfel, Steuerreform, Entschädigungsfonds.

Durch mutiges Eingreifen bei der Holzmann-Pleite steigert Schröder seine Popularität weiter. Rollenwechsel: Der "Genosse der Bosse" gefeiert als "Boss der Genossen".

Darstellung: