Jahresrückblick 1998 Schlagzeilen Juli - September

Stand: 18.12.2010 20:50 Uhr

3.7.: Streit über Vertriebenen-Resolution

Die polnische Abgeordnetenkammer weist die Vertriebenen-Resolution des Deutschen Bundestages zurück. Bundestags-Präsidentin Süßmuth reist daraufhin nach Warschau und erklärt, niemand stelle die polnische Westgrenze in Frage. Der Bundestag habe darauf hingewiesen, dass bei einem EU-Beitritt Polens auch Vertriebene in Polen Niederlassungs-Freiheit genießen könnten.

14.7.: Rechtschreibreform bestätigt

Die Rechtschreibreform kann nach einem einstimmigen Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum 1. August eingeführt werden. Die neuen Regeln sind danach rechtmäßig, auch wenn nicht in allen Bundesländern einheitliche Schreibweisen gelten. An Schleswig-Holsteins Schulen werden nach einem Volksentscheid vom September auch die alten Regeln anerkannt.

17.7.: Grubenunglück in Lassing

Beim Grubenunglück im österreichischen Lassing wird der Bergmann Georg Heinzl verschüttet. Zehn Kollegen wollen ihn retten, der Stollen bricht weiter ein. Heinzl wird nach zehn Tagen lebend geborgen. Seine zehn Kollegen können trotz weiterer Bohrungen nicht gerettet werden.

20.7.: Gysi-Klage abgewiesen

Das Bundesverfassungsgericht weist eine Klage von Gregor Gysi ab. Der PDS-Politiker darf weiterhin als inoffizieller Stasi-Mitarbeiter bezeichnet werden. Die Verfassungsrichter sehen den Bericht des Bundestags-Immunitäts-Ausschusses als rechtmäßig an. Vier der acht Richter kritisieren aber die Schlussfolgerung, das Gysi Verrat an Mandanten vorzuwerfen sei - das läge im Bereich von Mutmaßungen.

8.8.: Hungersnot im Sudan

Das volle Ausmaß der Hungersnot im Süd-Sudan wird im Sommer deutlich, als Fernsehkameras in die seit fünfzehn Jahren umkämpften Gebiete kommen: 2,6 Millionen Sudanesen sind vom Hungertod bedroht. Die UN-Luftbrücke ist die größte aller Zeiten. Ein Waffenstillstand zwischen der moslemischen Regierung im Norden und der christlichen Rebellen-Armee im Süden gilt vorerst bis Jahresende.

Hochwasser in China

Bei der Hochwasser-Katastrophe in China werden 21 Millionen Hektar Land überschwemmt. Im Nordosten und im Süden brechen Deiche nach mehreren Flutwellen. Insgesamt sind 223 Millionen Chinesen betroffen. Als Konsequenz sollen staatliche Eingriffe in die Natur rückgängig gemacht werden: Das Abholzen am Jangtse wird verboten, Wiederaufforstung angeordnet. Außerdem sollen einst trocken gelegte und besiedelte Gebiete renaturiert werden.

3.9.: Flugzeugabsturz vor Kanada

Vor Kanada stürzt eine Swiss-Air-Maschine ins Meer. Alle 229 Menschen an Bord kommen ums Leben. Der Pilot hat Rauch im Cockpit gemeldet und dann ein Notsignal abgesetzt. Keiner der Flugschreiber liefert Aufschluss über die Ursachen der technischen Störungen. Es gibt Hinweise, dass Probleme mit dem Isolier-Material mit zu dem Unglück geführt haben könnten.

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