Logo der Bundesagentur für Arbeit vor der Zentrale in Nürnberg | Bildquelle: dpa

Illegaler Datenhandel Arbeitsagentur löscht Tausende Jobangebote

Stand: 15.05.2019 09:18 Uhr

Anfang Mai deckten SWR-Reporter den Datenmissbrauch über die Jobbörse auf - nun hat die Bundesagentur für Arbeit Tausende Stellenangebote gelöscht. Einfluss auf die Statistik hat das aber nicht.

Von Judith Brosel und Nick Schader, SWR

Der Berliner Geschäftsmann Johann S. stellte am Tag bis zu 3000 Stellen in die Online-Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit. Dann verkaufte er die erhaltenen Daten weiter, auch an Zeitarbeitsfirmen. SWR-Reporter deckten den Datenhandel über die Jobbörse auf, kauften von Johann S. Bewerber-Daten.

Er ist nicht der Einzige: Die Bundesagentur für Arbeit hat nun Konsequenzen gezogen und nach eigenen Angaben elf Unternehmen in ihrer Jobbörse gesperrt - zusammengerechnet sollen sie bis vor kurzem etwa 120.000 vermeintliche Stellen ausgeschrieben haben.

SWR-Recherchen ermöglichten Sperrung

In einer schriftlichen Stellungnahme begründet eine Sprecherin der Bundesagentur für Arbeit den Schritt so: "Die bisherigen Prüfmechanismen konnten hier nicht vollständig greifen. Der Schwerpunkt der Prüfungen lag bisher auf inhaltlichen Anforderungen (bspw. Sittenwidrigkeit, Mindestlöhne, AGG)."

Erst die SWR-Recherchen hätten den Beweis geliefert, dass einige Anbieter über die Jobbörse erhaltene Bewerber-Daten weiterverkaufen. Daher habe die Arbeitsagentur nun alle Firmen gesperrt, bei denen sie ein ähnliches "Tatmuster" erkannte.

Datenmissbrauch bei Stellenangeboten der Arbeitsagentur
tagesschau 14:00 Uhr, 02.05.2019, J. Brosel, J. Rose, N. Schade, SWR

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Keine Auswirkungen auf Statistik

Dass die Zahl der ausgeschriebenen Stellen in der Online-Jobbörse nun um 120.000 Jobs zurückgegangen sei, wirke sich jedoch nicht auf die Statistik der offenen Stellen in Deutschland aus, teilt die Agentur weiter mit. Denn in die monatliche Arbeitsmarktstatistik fließen nach Angaben der Agentur ausschließlich "betreute Stellenangebote" ein - hier erteile der Arbeitgeber einen konkreten Vermittlungsauftrag. Bei den nun gesperrten Firmen habe es sich jedoch ausschließlich um unbetreute Stellenangebote gehandelt.

Datenhandel-Problem Thema im Bundestag

Am Vormittag will sich in Berlin der Ausschuss für Arbeit und Soziales mit dem Thema Datenhändler auf der Jobbörse befassen. Auf Antrag der Linkspartei-Abgeordneten Jessica Tatti soll die Bundesregierung Auskunft über den Kenntnisstand der Regierung und eingeleitete Gegenmaßnahmen geben.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 2. Mai 2019 um 14:00 Uhr.

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