Ein verformtes Projektil liegt in der Nähe des Tatorts am Heumarkt in Hanau. | Bildquelle: dpa

Hanau "Manifest" teilweise schon von 2019

Stand: 20.02.2020 15:15 Uhr

Die von Tobias R. veröffentlichten Dokumente sind offenbar bereits einige Monate alt. Der mutmaßliche Attentäter von Hanau verfasste Teile seines "Manifests" offenbar bereits 2019. Das geht aus einem dem SWR vorliegenden E-Mail-Verkehr hervor.

Der mutmaßliche Attentäter von Hanau hat wesentliche Teile seines "Manifests" offenbar bereits spätestens Anfang November 2019 verfasst. Das geht aus einem dem SWR vorliegenden E-Mail-Verkehr von Tobias R. mit dem Leiter eines "Instituts" vor, das sich mit sogenannter "Fernwahrnehmung" beschäftigt.

Der mutmaßliche Attentäter hatte sich nach Angaben des Leiters des "Instituts" am 13. Dezember per E-Mail an ihn gewandt. Er wollte Hilfe von ihm, weil er sich beobachtet und bespitzelt gefühlt habe. Tobias R. übersandte dabei auch eine von ihm erstellte "Strafanzeige gegen eine unbekannte geheimdienstliche Organisation" an die Bundesanwaltschaft. Diese trägt das Datum 06. November 2019. Ob diese auch bei der Behörde eingegangen ist, ist noch unklar.

In dem Schreiben schrieb der mutmaßliche Attentäter von einer "ständigen Ausländerkriminalität" und "Hochverrat" an Deutschen. Der Inhalt deckt sich in weiten Teilen mit seinem "Manifest", das er auf seiner Homepage veröffentlichte. Ausgespart sind jedoch Fantasien über die Vernichtung bestimmter muslimisch geprägter Staaten. Der Leiter des "Instituts" teilte dem SWR schriftlich mit: "Mir war von Anfang an klar, dass die Person nicht ganz 'dicht' ist, daher habe ich versucht, sämtlichen Kontakt zu meiden." Auf diverse E-Mails habe er nicht geantwortet. Den letzten Kontakt mit Tobias R. habe er am 6. Januar gehabt.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 20. Februar 2020 um 12:25 Uhr.

Darstellung: