Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

Corona-Fälle am UKE Die Staatsanwaltschaft prüft

Stand: 20.04.2020 16:37 Uhr

Auf einer Krebsstation des Uniklinikums Hamburg hatten sich Patienten mit dem Coronavirus infiziert. Nach NDR-Informationen prüft nun die Staatsanwaltschaft.

Von Britta von der Heide und Oda Lambrecht, NDR

Nachdem sich auf der Krebsstation des Universitätsklinikums Hamburg Eppendorf (UKE) mehrere Patientinnen und Patienten mit dem neuartigen Coronavirus infiziert hatten, prüft die Hamburger Staatsanwaltschaft nach NDR-Informationen nun einen Anfangsverdacht auf eine Straftat. Das bestätigte die Leiterin der Pressestelle, Oberstaatsanwältin Nana Frombach, dem Sender.

Über die Aufnahmen von Ermittlungen ist noch nicht entschieden worden. Zwei Strafanzeigen seien bei der Staatsanwaltschaft eingegangen, so Frombach. Die eine richte sich gegen Verantwortliche des UKE, die andere gegen eine Reinigungskraft.

Auf Nachfrage des NDR erklärte das UKE, der Klinik lägen die Strafanzeigen nicht vor. Das Klinikum nehme aber die Situation gerade in einem solch sensiblen Bereich sehr ernst und bedauere sehr, dass es hier eine Häufung von Covid-19-Infektionen gegeben habe, so UKE-Sprecherin Saskia Lemm. Die infizierten Patienten seien umgehend auf spezifische Covid-19-Stationen außerhalb der Onkologie verlegt und dort isoliert untergebracht worden. Betroffene Mitarbeiter befänden sich in häuslicher Isolierung, so Lemm.

80-Jähriger gestorben

In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass sich mehrere Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeitende der onkologischen UKE-Station mit dem Coronavirus infiziert hatten. Insgesamt handele es sich um rund 40 Personen. Ein Patient sei am Wochenende verstorben, teilte das Uniklinikum am Sonntag in einer Pressemitteilung mit. Der 80-Jährige ist demnach mit einer fortgeschrittenen bösartigen Blutkrebserkrankung und mit einer Covid-19-Infektion gestorben. Er habe zu den Patientinnen und Patienten gehört, die in der vergangenen Woche positiv auf das Coronavirus getestet worden seien, hieß es. Weitere Untersuchungen müssten zeigen, ob Covid-19 ursächlich für den Tod des Mannes war, so das UKE.

Der "Spiegel" hatte zuvor berichtet, dass die Infektionen auf eine Reinigungskraft zurückgehen sollen, die erkrankt zur Arbeit gegangen sei. Dem NDR sagte UKE-Sprecherin Lemm, es sei davon auszugehen, dass die Infektionen nicht auf eine Einzelperson zurückzuführen seien. Aktuell untersuche die Uniklinik die möglichen Infektionswege, so Lemm. Dabei werde auch geprüft, ob jemand womöglich unbewusst den Erreger weitergegeben habe, weil er selbst keine Symptome einer Covid-19-Infektion gezeigt habe.

Über dieses Thema berichtete NDR 90,3 am 20. April 2020 um 18:00 Uhr.

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