Ausspähung von Handys Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Finfisher

Stand: 18.07.2021 19:20 Uhr

Die Staatsanwaltschaft München hat ein Ermittlungsverfahren gegen Verantwortliche des deutschen Spionageherstellers Fin Fisher eingeleitet. Nach Informationen von NDR, BR und "Süddeutscher Zeitung" wird die Firma verdächtigt, illegal Spähsoftware in die Türkei exportiert zu haben.

Persönliche Nachrichten, Telefonanrufe, Kontakte und Adressen: Die Software "Finspy" kann ein Handy komplett überwachen, hergestellt von der deutschen Firma Finfisher. Eigentlich wird sie eingekauft von staatlichen Behörden wie BKA, LKA zur Überwachung von Kriminellen - vom Drogendealer bis zum Steuerhinterzieher.

2017 hatten wir darüber berichtet, dass Finspy auch auf einer Webseite für Oppositionelle in der Türkei auftauchte. Man versuchte sie auf einen Link zu locken, damit sie sich das staatliche Spähprogramm auf ihr Handy herunter laden würden. Diese Software hätte aber gar nicht exportiert werden dürfen, da sie unter das Außenwirtschaftskontrollgesetz fällt und einer Waffe gleichgesetzt wird. Drei Nichtregierungsorganisationen (u.a. Reporter ohne Grenzen) haben jetzt Anzeige erstattet und die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen aufgenommen