Polizisten stehen vor dem Haus des ermordeten Walter Lübcke. | REUTERS
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Mordfall Lübcke Waffen von Stephan E. sichergestellt

Stand: 27.06.2019 13:11 Uhr

Nachdem Stephan E. den Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke gestanden hat, konnten Ermittler mehrere Waffen sicherstellen, die dem Verdächtigen gehört haben sollen. Auch deren Zulieferer wurden festgenommen.

Von Georg Mascolo, NDR/WDR

Im Zusammenhang mit dem Mordfall an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke hat es in der Nacht Durchsuchungen gegeben. Sie richteten sich nach Informationen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" gegen zwei Männer, die dem geständigen Tatverdächtigen Stephan E. Waffen vermittelt und verkauft haben sollen.

Georg Mascolo

Stephan E. besaß auch Uzi und Pump-Gun

E. hatte in seinem überraschenden Geständnis offengelegt, dass er über zahlreiche Waffen verfüge - neben der Tatwaffe auch über eine Pump-Gun und eine Maschinenpistole vom Typ Uzi samt Munition. Er nannte Details, wie er sich diese beschafft habe und offenbarte die Verstecke.

Ermittler fanden das Gros der Waffen in einem Erddepot auf dem Gelände seines Arbeitgebers. Insgesamt handelt es sich um fünf Waffen. Nach Angaben von Stephan E. erwarb er Teile des Arsenals bereits 2014, die Tatwaffe im Jahr 2016.

Bei dem mutmaßlichen Vermittler handelt es sich um einen Mann aus Kassel, der mutmaßliche Verkäufer stammt aus Nordrhein-Westfalen. Der Generalbundesanwalt ermittelt gegen sie im Zusammenhang mit der Tatwaffe wegen Beihilfe zum Mord.

Die Bundesanwaltschaft zu den Festnahmen im Fall Lübcke

Die Bundesanwaltschaft hat die beiden Festnahmen infolge des Geständnisses von Stephan E. bestätigt. Der 64 Jahre alte Elmar J. aus dem Kreis Höxter sei am Mittwochabend in Nordrhein-Westfalen festgenommen worden, teilte ein Sprecher mit. Er soll Stephan E. 2016 die mutmaßliche Tatwaffe verkauft haben.

Bei dem zweiten festgenommenen Mann handele es sich um den 43-jährigen Markus H. aus dem Raum Kassel. Er soll den Kontakt zwischen Stephan E. und Elmar J. hergestellt haben.

Die Bundesanwaltschaft geht zwar davon aus, dass die festgenommenen Männer über die rechtsextremistische Gesinnung von Stephan E. Bescheid wussten., ob sie aber auch über konkrete Anschlagspläne informiert waren, sei unklar. Bislang gebe es keine konkreten Anhaltspunkte, die für die Bildung einer rechtsterroristischen Vereinigung sprechen würden.

Waffen schon bei Straftaten eingesetzt?

Geprüft wird jetzt, ob die Waffen bereits bei vorherigen Straftaten verwendet wurden. Sie werden derzeit kriminaltechnisch untersucht. Auch gibt es bisher keine Hinweise darauf, dass die beiden Männer von Stephan E.'s Plänen wussten. Beide wurden vorläufig festgenommen, wie die Bundesanwaltschaft bestätigte. Im Laufe des Tages soll über einen Haftbefehl entschieden werden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. Juni 2019 um 09:00 Uhr.

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Moderation 27.06.2019 • 19:01 Uhr

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