Menschen tragen Kisten eine Treppe hinauf | Bildquelle: picture alliance / imageBROKER

Corona-Krise Backen, reparieren, beim Umzug helfen

Stand: 26.08.2020 15:26 Uhr

Während der Corona-Pandemie haben viele Menschen versucht, neue Einkommensquellen zu finden. Eine Auswertung für das ARD-Mittagsmagazin zeigt, dass vor allem Dienstleistungen angeboten werden.

Von Kaveh Kooroshy, RBB

Kurzarbeit, Quarantäne, Kontaktverbot - und die Angst vor dem Virus: Die Corona-Pandemie hat das Leben vieler Menschen auf den Kopf gestellt. So waren beispielsweise im Juli noch immer 5,6 Millionen Menschen in Kurzarbeit.

Nun zeigt eine Auswertung von vier großen Online-Plattformen für das ARD-Mittagsmagazin und rbb24 Recherche, dass viele versuchen, über das Internet neue Einkommensquellen zu generieren und den Plattformen einen regelrechten Boom bescherten, während Jobbörsen dagegen einen Einbruch verzeichneten.

Schwarzarbeit oder Nachbarschaftshilfe in Corona-Zeiten
Mittagsmagazin, 26.08.2020, Nele Pasch/Kim Kirstin Mauch, RBB

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Kurzarbeiter bieten ihre Dienste im Internet an

Ebay-Kleinanzeigen zählte dabei zu den Gewinnern. So waren am 1. Mai 2020 erstmals 40 Millionen Anzeigen zeitgleich online. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg die Anzahl der Anzeigen in der Kategorie "Jobs" um 49 Prozent, in der Kategorie "Dienstleistungen" um fast 100 Prozent und in der Subkategorie "Umzug und Transport" sogar um 155 Prozent.

Auch über Deutschlands größte Nachbarschaftsplattform nebenan.de haben viele Nutzer versucht, an Arbeit zu kommen. Einer schrieb etwa, er sei in Kurzarbeit und könne Akkus, beispielsweise von Pedelecs oder Elektroautos reparieren: "Bevor ein Akku entsorgt werden muss, hole ich ihn gerne ab, messe ihn durch und entwickele einen Kostenplan, falls eine Reparatur möglich sein sollte", so der Nutzer.

Backen gegen Geld

Eine andere Nutzerin erklärte, sie habe in der Corona-Zeit das Backen für sich entdeckt. Da sie auch von der Kurzarbeit betroffen sei, habe sie überlegt, "ob sich damit nicht nebenbei ein bisschen Geld verdienen lässt".

Im März, zu Anfang der Corona-Pandemie, hatte sich die Anzahl täglicher Neuanmeldungen auf der Plattform verfünffacht. Neben Arbeitssuchenden, registrierte nebenan.de auch eine Welle der Hilfsbereitschaft und Solidarität. So waren in der Kategorie "Biete Hilfe" im März zehn Mal so viele Anzeigen und im April immerhin noch doppelt so viele Anzeigen wie sonst online.

Jobbörsen leiden unter Auftragseinbruch

Offizielle Jobbörsen erlebten dagegen einen Auftragseinbruch. Sowohl bei Helpling.de, einer Plattform zur Vermittlung von Putzkräften, als auch bei JOBRUF, einer Plattform zur Vermittlung von Studenten für Aushilfsjobs, gingen die Jobangebote zeitweise deutlich zurück. So sanken bei JOBRUF im März und April die Angebote von Arbeitgebern um ganze 57 Prozent. Im Mai und Juni waren immer noch 18 Prozent weniger Jobangebote als sonst online.

Dagegen stieg die Zahl der Studenten, die einen Job suchten - nach einem Rückgang zu Beginn der Corona-Pandemie - im Mai und Juni um ganze 26 Prozent. Die Plattform erklärte:

"Im Zuge der Corona-Pandemie verzeichnete JOBRUF einen ziemlich abrupten Einbruch vor allem bei den Personalanfragen von Arbeitgebern. Hier herrschten vor allem Unsicherheiten bezüglich der rechtlichen und hygienisch korrekten Durchführbarkeit von Personaleinsätzen. Auf Bewerberseite herrschte auch während der akuten Phase der Corona-Pandemie eine hohe Arbeitsbereitschaft - der Lebensunterhalt muss nach wie vor gedeckt werden."

Ehemalige Flugbegleiter putzen

Eine Frau putzt den Fußboden
galerie

In den Niederlanden werden online Reinigungskräfte gesucht.

Die Plattform Helpling.de vermittelte im April weltweit nur noch halb so viele Reinigungen wie zuvor. "Sowohl auf der Kunden-, als auch der Seite der Reinigungskräfte haben Bedenken bezüglich der Ausbreitung des Virus zu Stornierungen geführt", heißt es in einer Erklärung. so die Plattform.

Deutschland war dabei allerdings von den Rückgängen weniger stark betroffen als andere Länder. Waren es weltweit 60 Prozent weniger Aufträge, verzeichnete Deutschland einen Rückgang um 40 Prozent. Am stärksten betroffen war das Vereinigte Königreich. Hier gingen die Aufträge um 80 Prozent zurück. In den Niederlanden verzeichnete Helpling.de einen signifikanten Zuwachs an Reinigungskräften, die nach Aufträgen suchen - unter anderem ehemalige Flugbegleiter, so ein Sprecher der Plattform.

Über dieses Thema berichtete das am 26. August 2020 um 13:00 Uhr.

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