Der Schriftzug "Zensus" ist auf einem bedruckten Kugelschreiber und einem Notizblock zu lesen. | dpa

Statistisches Bundesamt Volkszählung beginnt am 15. Mai

Stand: 29.12.2021 11:21 Uhr

Die wegen der Corona-Pandemie verschobene Volkszählung soll nach Angaben des Statistischen Bundesamts ab Mitte Mai 2022 nachgeholt werden. Mit dem Zensus werde ermittelt, wie viele Menschen in Deutschland leben, wie sie wohnen und arbeiten.

In Deutschland wird es im kommenden Jahr wieder eine Volkszählung geben. Elf Jahre nach dem letzten Zensus sollen zahlreiche Daten aktualisiert werden - etwa zur Zahl der Einwohner sowie zu deren Erwerbstätigkeit und Wohnsituation. Vorwiegend sollen vorhandene Verwaltungsdaten genutzt werden, es sind aber auch Befragungen geplant, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Mit dem Zensus werde ermittelt, "wie viele Menschen in Deutschland leben, wie sie wohnen und arbeiten."

Stichtag ist am 15. Mai. Ab diesem Datum werden 10,2 Millionen zufällig ausgewählte Menschen unter anderem zu ihrer Ausbildung und Arbeitssituation befragt, wie die Behörde erklärte. Etwa 23 Millionen Eigentümerinnen und Eigentümer oder Verwaltungen von Wohnraum sollen Auskunft zu ihren Wohnungen und Wohngebäuden geben. Auch Bewohner von Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften werden erfasst.

Nur ein Teil der Fragen werde in kurzen persönlichen Befragungen geklärt, die meisten könnten online beantwortet werden. "In Zeiten von Corona spielt die Möglichkeit zur kontaktlosen Online-Befragung eine zentrale Rolle", erklärte der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Georg Thiel. "Damit werden nicht nur die Befragten selbst, sondern auch die Umwelt entlastet."

Ergebnisse dienen als "verlässliche Planungsgrundlage"

Der Zensus findet alle zehn Jahre statt, turnusmäßig wäre dies 2021 der Fall gewesen - der Termin wurde aber wegen der Corona-Pandemie verschoben. 2011 beteiligte sich Deutschland erstmals an einer EU-weiten Volkszählung. Damals hatte sich herausgestellt, dass in vielen Städten und Gemeinden weniger Menschen leben als angenommen. "Die Ergebnisse des Zensus sind präzise Bevölkerungs- und Wohnungszahlen. Sie dienen als verlässliche Planungsgrundlage für Entscheidungen in Bund, Ländern und Gemeinden", erläuterte die Behörde das Ziel.

Vorgaben zum Datenschutz würden beachtet. Die Daten würden nicht an Behörden außerhalb der amtlichen Statistik weitergegeben. Personenbezogene Daten würden zum frühestmöglichen Zeitpunkt gelöscht. Die Gesamtkosten gab das Bundesamt mit voraussichtlich 1,5 Milliarden Euro an.

"Damit werden nicht nur die Befragten selbst, sondern auch die Umwelt entlastet", erklärte der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Georg Thiel. "In Zeiten von Corona spielt die Möglichkeit zur kontaktlosen Online-Befragung eine zentrale Rolle." Der Zensus soll seit 2011 turnusgemäß alle zehn Jahre stattfinden.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell Radio am 29. Dezember 2021 um 09:30 Uhr in den Nachrichten.