Irme Stetter-Karp, die neue Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), nimmt nach ihrer Wahl bei der Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken den Applaus entgegen.  | dpa

Katholische Kirche Stetter-Karp wird neue ZdK-Präsidentin

Stand: 19.11.2021 16:04 Uhr

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken hat eine neue Vorsitzende: Irme Stetter-Karp. Die 65-Jährige ist die zweite Frau an der Spitze der Organisation. In der katholischen Kirche sieht Stetter-Karp einen "immensen Reformstau".

Die Sozialwissenschaftlerin Irme Stetter-Karp wird neue Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). Die Vollversammlung der wichtigsten katholischen Laienorganisation wählte die 65-Jährige aus Baden-Württemberg. Sie wird Nachfolgerin von Thomas Sternberg, der nach sechs Jahren nicht mehr antrat. Stetter-Karp ist derzeit Vizepräsidentin des Deutschen Caritasverbands.

Beworben hatte sich auch Ulrich Hemel, Präsident des Bundes Katholischer Unternehmer. Für Stetter-Karp stimmten 149 von 190 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, für Hemel 41. "Ich werde es wirklich mit Leidenschaft machen", sagte Stetter-Karp. Sie ist nach der CDU-Politikerin Rita Waschbüsch, die von 1988 bis 1997 das ZdK leitete, die zweite Frau an der Spitze der Organisation.

Stetter-Karp sieht "immensen Reformstau"

Der Führungswechsel kommt zu einer kritischen Zeit. Das ZdK organisiert gemeinsam mit der Deutschen Bischofskonferenz den Reformprozess der katholischen Kirche, den sogenannten Synodalen Weg. Er soll helfen, den Mitgliederschwund zu bremsen und den Vertrauensverlust nach Skandalen um sexuellen Missbrauch durch Priester zu überwinden.

Das ZdK dürfe sich nicht von binnenkirchlichen Debatten völlig einnehmen lassen, forderte Stetter-Karp auf einer Pressekonferenz nach der Wahl. "Wir können es uns nicht leisten, uns ins gesellschaftliche Abseits zu spielen", sagte sie. "Für die Glaubwürdigkeit unserer Kirche ist es nicht von der Hand zu weisen, dass wir den Synodalen Weg brauchen." In der Kirche gebe es seit 50 Jahren einen "immensen Reformstau". Sollten die Reformen gelingen, habe die Kirche die Chance, verlorenes Vertrauen wieder aufzubauen.

Stetter-Karp wirkte schon bisher als Delegierte und Co-Moderatorin der Versammlung des Synodalen Wegs. Sie war jahrzehntelang im Dienst der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Dort leitete sie die Hauptabteilung Caritas, bis sie Ende September 2020 in den Ruhestand ging. Das Zentralkomitee ist der Zusammenschluss von Vertretern der Diözesanräte sowie anderer Vertretungen und Persönlichkeiten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. November 2021 um 17:00 Uhr.