Schüler arbeiten mit einem Tablet | Bildquelle: dpa

Studie zu Videoplattform YouTube als Nachhilfelehrer

Stand: 04.06.2019 08:58 Uhr

YouTube ist das Leitmedium für Kinder und Jugendliche: Laut einer neuen Studie nutzen 86 Prozent der 12- bis 19-Jährigen die Videoplattform. Hoch im Kurs: Erklärvideos.

Das viel diskutierte Anti-CDU-Video von Rezo hat es noch einmal deutlich gemacht: Über YouTube können in kürzester Zeit Millionen Menschen erreicht werden - vor allem junge. Die Videoplattform dürfte eine der meistgenutzten Apps auf den Smartphones von Kindern und Jugendlichen sein. Doch was wird auf YouTube eigentlich geschaut?

Der Rat für Kulturelle Bildung, ein von verschiedenen Stiftungen finanziertes Beratungsgremium, hat das repräsentativ untersuchen lassen. Eltern dürfen aufatmen: Viele Kids suchen auf YouTube auch gezielt Inhalte, um sich schlau zu machen. Der Studie zufolge kommt YouTube bei 12- bis 19-Jährigen bei der Nutzung gleich an zweiter Stelle nach WhatsApp und landet noch vor Instagram, Facebook oder Snapchat.

YouTube als neues Lernmedium
tagesthemen 22:15 Uhr, 05.06.2019, Carsten Schabosky, WDR

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WhatsApp am meisten genutzt

86 Prozent sagen, dass sie YouTube nutzen (WhatsApp 92 Prozent, Facebook 61, Instagram 61, Snapchat 46). Dabei kommt es zwar den meisten Jugendlichen, die YouTube nutzen, darauf an, dass die Videos "unterhaltsam" (63 Prozent) und "witzig" (59 Prozent) sind.

Trotzdem ist es für die Kids nicht nur eine Spaß-Plattform zum Zeitvertreib. Fast jeder zweite junge YouTube-Nutzer (47 Prozent) sagt auch, die Clips seien wichtig oder sogar sehr wichtig bei Schulthemen. Die meisten davon nutzen die Plattform für Hausaufgaben, oder um sich Dinge erklären zu lassen, die sie im Unterricht nicht verstanden haben - YouTube als Nachhilfelehrer.

Zudem zeigt die Umfrage Zusammenhänge zwischen dem Konsum von YouTube-Videos und dem Interesse für bestimmte Hobbys und für kreative Tätigkeiten. Mädchen, die auf der Videoplattform unterwegs sind, werden vor allem von Tanz- und Choreographie-Videos dazu animiert, dann auch selbst mit dem Tanzen anzufangen (40 Prozent).

Interesse an Computerspielen

Bei Jungen sind es Computerspiele: 38 Prozent derjenigen die sich für Games interessieren - und das ist die große Mehrheit der Befragten - sagen, YouTube-Videos über Games stärken mein Interesse an Games noch mehr. Solche Effekte sind auch zu sehen bei den Themen Singen/Musizieren, Film/Fotografie oder Zeichnen und Malen.

Die Studie zeigt nach Einschätzung des Rats für Kulturelle Bildung, dass YouTube die Bildungslandschaft im Ganzen berühre und verändere. "Man kann, wenn man das Medium schulseitig bewusst einsetzt, Unterricht anders aufbauen und auf diese Weise mehr Platz für individuelle Fragen und für Reflexion im Unterricht finden", sagt der Vorsitzende des Expertengremiums, Eckart Liebau.

Machen die Lehrer etwas falsch?

Dabei stellt sich aber auch eine andere Frage: Wenn so viele junge Leute YouTube als Nachhilfe- und zusätzliches Erklärmedium nutzen: Machen dann die Lehrer etwas falsch? Früher hätten sich Schüler von Klassenkameraden oder Eltern Dinge, die sie nicht verstanden haben, erklären lassen, sagt Heinz-Peter Meidinger vom deutschen Lehrerverband der Nachrichtenagentur dpa. "Und da kommen eben jetzt als neues Element die Erklärvideos dazu". Den echten Unterricht ersetzen könne so etwas aber nicht.

Bei YouTube gibt es nach Ansicht Meidingers sehr gute Lernvideos, es sei aber "auch viel Schrott dabei". Meidinger ermutigte Lehrer dazu, offensiv mit dem Thema umzugehen. "Es bricht sich keiner einen Zacken aus der Krone, wenn er Schüler auf ein gutgemachtes YouTube-Video hinweist".

Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung | Bildquelle: dpa
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Fordert eine gesunde Skepsis im Umgang mit YouTube: Bildungsministerin Karliczek.

Bildungsministerin Anja Karliczek rät Lehrern, Eltern und Schülern zu einer gesunden Skepsis bei der Nutzung von YouTube-Videos. Diese müssten immer hinterfragen, ob die Informationen in den Videos tatsächlich zutreffend sind, sagte die CDU-Politikerin der dpa. Die Schulverantwortlichen müssten den Schülern beibringen, wie sie nutzbringend, aber auch kritisch mit Informationen daraus umgingen.

Sind YouTube-Lernvideos die besseren Lehrer?
Karin Bensch, WDR
04.06.2019 08:55 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 04. Juni 2019 um 10:00 Uhr.

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