Ein Orang-Utan hängt in einem Baum | Bildquelle: HOTLI SIMANJUNTAK/EPA-EFE/REX

WWF-Studie Zahl der Waldtiere drastisch gesunken

Stand: 13.08.2019 09:46 Uhr

Rodungen, Wilderei oder Krankheiten: Für Waldtiere haben sich die Lebensbedingungen verschlechtert. Ihr Bestand ging laut WWF seit 1970 um mehr als 50 Prozent zurück. Besonders schlecht sehe es im Amazonas-Regenwald aus.

Die weltweiten Bestände vieler Tierarten in Wäldern haben sich laut einer Untersuchung in den vergangenen Jahrzehnten mehr als halbiert. Zwischen 1970 und 2014 schrumpften die weltweit 455 untersuchten Populationen um durchschnittlich 53 Prozent, teilte die Umweltstiftung WWF unter Berufung auf eine eigene Analyse mit.

Besonders betroffen seien die Tropen und der Amazonas-Regenwald. Als Hauptgrund für die Entwicklung wurde "durch Menschen verursachter Lebensraumverlust" genannt. Entwaldung und Degradierung der Wälder seien zu 60 Prozent für den Einbruch der Tierbestände verantwortlich. Außerdem bedrohten auch Wilderei, invasive Arten, die Erderhitzung oder Krankheiten das Leben der Tiere.

Das Fazit der Autoren der Studie "Below The Canopy": Viele Waldtiere sind in "ernsthaften Schwierigkeiten".

Waldelefant in der Zentralafrikanischen Republik | Bildquelle: picture alliance / blickwinkel/C
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Waldelefant in der Zentralafrikanischen Republik

Amphibien und Reptilien leiden besonders

Unter dem Rückgang des Lebensraums leiden der Untersuchung zufolge besonders Amphibien und Reptilien. Aber auch die Populationen von Säugetieren wie Affen oder Waldelefanten ging zurück.

In der Analyse werden auch Beispiele genannt, in denen sich Arten wieder erholen konnten. Bei Gorillas in Zentral- und Ostafrika etwa wird von einem Wiederanstieg der Zahl ausgegangen, dazu hätten Schutzmaßnahmen beigetragen. Auch den Kapuzineraffen in Costa Rica gehe es besser. Zugenommen habe außerdem die Zahl der Vögel.

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Gewinner und Verlierer in der Tierwelt

Koala in Australien

Jahr für Jahr veröffentlicht die Umweltorganisation WWF eine Liste mit Gewinnern und Verlierern in der Tierwelt. Mit rund 25.800 bedrohten Tier- und Pflanzenarten sei im zu Ende gehenden Jahr ein neuer dramatischer Höchststand erreicht worden, heißt es darin. "Wir Menschen verursachen das größte Artensterben seit Ende der Dinosaurier", sagte WWF-Vorstand Brandes. Zu den Verlierern des Jahres 2017 zählt auch der australische Koala. In einigen Regionen seien die Koala-Bestände seit den 1990er-Jahren einer WWF-Analyse zufolge um 80 Prozent zurückgegangen. | Bildquelle: REUTERS

Bedeutung für den Klimaschutz

Für die Studie untersuchte der WWF die Daten von 268 Wirbeltierarten und 455 Tierpopulationen, die in Wäldern leben oder komplett von ihnen abhängig sind. Mehr als die Hälfte der erfassten Tierarten lebt in Amerika.

Der WWF weist auch auf die Bedeutung der Wälder für den Klimaschutz hin: "Wälder sind unser größter natürlicher Verbündeter im Kampf gegen die Erderhitzung. Wenn wir den weltweiten Rückgang der biologischen Vielfalt umkehren und die Klimakrise verhindern wollen, müssen wir die Wälder und die dort lebenden Arten schützen", sagte Susanne Winter, Programmleiterin Wald beim WWF Deutschland.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. August 2019 um 09:00 Uhr.

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