Joachim Herrmann

Messerattacke in Würzburg Herrmann vermutet islamistischen Hintergrund

Stand: 28.06.2021 04:19 Uhr

Laut Bayerns Innenminister spricht einiges dafür, dass es sich bei der Messerattacke in Würzburg um eine islamistisch motivierte Tat gehandelt haben könnte. Zunächst seien jedoch weitere Ermittlungen notwendig.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann sieht einen "eklatanten Verdacht" auf einen islamistischen Hintergrund der Messerattacke von Würzburg. "Es spricht sehr viel angesichts dessen, was wir aufgefunden haben, dafür, dass es sich um eine islamistisch motivierte Tat handeln könnte", sagte Herrmann am Sonntagabend "Bild".

So habe man bei der Durchsuchung der Unterkunft des 24-Jährigen Somaliers einiges gefunden, was auf islamistisches Propagandamaterial hinweisen könnte. Außerdem habe der Verdächtige selbst von seinem "Beitrag zum Dschihad" gesprochen. Man müsse aber jetzt die weiteren Ermittlungen abwarten, vor allem die Auswertung zweier Handys.

Hassbotschaften gefunden

Der Mann hatte am Freitag drei Frauen erstochen und sieben Menschen verletzt, fünf davon lebensgefährlich. Er ist nun in Untersuchungshaft. Unklar ist, inwieweit die Psyche des wiederholt psychisch auffälligen Mannes eine Rolle spielte und ob islamistische Einstellungen zur Tat beigetragen haben könnten.

Ermittler hatten in dem Obdachlosenheim, in dem der Mann lebte, Material gefunden, das Hassbotschaften enthalten soll. Es wurde sichergestellt. Für die Auswertung müssen die Unterlagen aber erst übersetzt werden, ebenso wie Nachrichten auf Handys. Herrmann sprach sich auch für eine Überprüfung des Flüchtlingsrechts aus.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. Juni 2021 um 09:00 Uhr.