Menschen gedenken in Würzburg mit Schildern und Blumen der Opfer. | dpa

Nach Messerattacke in Würzburg Menschenkette zum Gedenken an Opfer

Stand: 02.07.2021 19:19 Uhr

Zur Tatzeit läutete die Domglocke, Menschen hielten Blumen und Trauerschilder in der Hand: Eine Woche nach der tödlichen Messerattacke in Würzburg haben Hunderte der Opfer gedacht und den Rettern gedankt.

Mit einer Menschenkette haben eine Woche nach der tödlichen Messerattacke in Würzburg Hunderte Menschen in der Innenstadt der Opfer gedacht. Sie reihten sich nahe dem Tatort von der Juliuspromenade bis zum Rathaus aneinander, wie die Polizei mitteilte.

Unter den Teilnehmern war auch Würzburgs Bischof Franz Jung. Um 17 Uhr, der ungefähren Tatzeit, läutete die Glocke des Kiliansdoms als Aufruf zum Gebet. Menschen hielten Blumen in den Händen und Schilder mit Aufschriften wie "Würzburg trauert" und "Würzburg hält zusammen" - auch auf Englisch, Arabisch und in anderen Sprachen.

Dank an Helfer und Rettungskräfte

Man wolle ebenfalls Solidarität mit den Menschen zeigen, die nun Vorverurteilungen und Hetze ausgesetzt seien, sowie Respekt für die couragierten Helfer, Rettungskräfte und Seelsorger zum Ausdruck bringen, hieß es im Vorfeld vom Würzburger Bündnis für Demokratie und Zivilcourage, das die Trauerveranstaltung mitorganisierte. Für den Abend sind Gedenkkundgebungen aus dem politischen Spektrum geplant, unter anderem von der AfD.

Vergangenen Freitag hatte ein 24-jähriger Somalier in einem Kaufhaus drei Frauen erstochen und sieben Menschen zum Teil lebensgefährlich verletzt. Das Motiv ist weiterhin unklar. Der 24-Jährige hatte sich zuvor wiederholt psychisch auffällig gezeigt. Laut Bayerns Innenminister Joachim Herrmann gibt es auch Hinweise auf ein mögliches islamistisches Motiv.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. Julie 2021 um 18.00 Uhr sowie die tagesschau am 02. Juli 2021 um 20:00 Uhr.