Hitzewelle in Deutschland | Bildquelle: dpa

Sommer, Sonne, Klimaschutz "Heißzeit" ist Wort des Jahres 2018

Stand: 14.12.2018 10:51 Uhr

Der Sommer war lang, die Debatte über den Klimaschutz ist es auch - nun wurde "Heißzeit" zum Wort des Jahres gekürt. Auf die Liste schaffte es auch eine Äußerung von Innenminister Seehofer.

"Heißzeit" ist das Wort des Jahres 2018. Wie die Gesellschaft für deutsche Sprache mitteilte, steht der Begriff für den extremen Sommer und den Klimawandel. Außerdem sei "Heißzeit" eine interessante Wortbildung mit seiner lautlichen Analogie zur "Eiszeit".

Auf den zweiten Platz wählte die Jury in Wiesbaden den Begriff "Funklochrepublik". Spätestens seit dem Bundestagswahlkampf 2017 sei die teils schlechte Abdeckung mit Mobilfunk auf dem Land ein politisches Thema, erklärten die Sprachexperten.

Auf Platz drei folgt der Begriff "Ankerzentren" - laut Experten eine Art Akronym, also ein Wort, das aus den Anfangsbuchstaben oder -silben anderer Wörter gebildet wird. "Anker" steht nicht für Sicherheit à la "Anker werfen", sondern setzt sich aus den Anfangsbuchstaben mehrerer Wörter zusammen: An(kunft), k(ommunale Verteilung), E(ntscheidung) und R(ückführung). Das sind die Aufgaben, die diese Zentren gebündelt erfüllen sollen.

Tausende Vorschläge

Die Jury wählte für die Wörter des Jahres aus Tausenden Vorschlägen zehn Wörter aus, die nach ihrer Meinung die aktuelle öffentliche Diskussion in Deutschland dominierten und prägten. Im vergangenen Jahr machte "Jamaika-Aus" das Rennen, gefolgt von "Ehe für alle" und "#MeToo".

Auf den vierten Platz hat es in diesem Jahr ein ganzer Satz geschafft: Unter dem Slogan "Wir sind mehr" reagierte eine breite Öffentlichkeit auf eine rechte Kundgebung mit fremdenfeindlichen Übergriffen in Chemnitz diesen Sommer.

Auch der Brexit ist dabei

Mit "strafbelobigt" auf Rang fünf beziehen sich die Sprachwissenschaftler auf den Fall Maaßen. Der Streit um den Ex-Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen brachte die Große Koalition an den Rande des Bruchs. Nach Maaßens umstrittenen Stellungnahmen zu den Vorfällen in Chemnitz wollte Innenminister Horst Seehofer (CSU) ihn ursprünglich zum Staatssekretär im Innenministerium ernennen - was formal eine Beförderung gewesen wäre. Inzwischen wurde Maaßen in den einstweiligen Ruhestand versetzt.

Auf die Plätze sechs bis neun wählte die Jury "Pflegeroboter", "Diesel-Fahrverbot", "Handelskrieg" und "Brexit-Chaos". Schlusslicht in der Liste ist "die Mutter aller Probleme" - eine Äußerung von Innenminister Horst Seehofer zur Flüchtlingsfrage.

Die GfdS kürte 1971 erstmals ein Wort des Jahres. Es geht der Gesellschaft um Begriffe, die das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben sprachlich in besonderer Weise bestimmt haben.

Wörter des Jahres 2001-2017

2017: Jamaika-Aus
2016: Postfaktisch
2015: Flüchtlinge
2014: Lichtgrenze
2013: GroKo
2012: Rettungsroutine
2011: Stresstest
2010: Wutbürger
2009: Abwrackprämie
2008: Finanzkrise
2007: Klimakatastrophe
2006: Fanmeile
2005: Bundeskanzlerin
2004: Hartz IV
2003: Das alte Europa
2002: Teuro
2001: Der 11. September

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 14. Dezember 2018 um 11:00 Uhr.

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