Aus für Jamaika | dpa

Gesellschaft für deutsche Sprache "Jamaika-Aus" ist Wort des Jahres 2017

Stand: 08.12.2017 10:42 Uhr

Balkonbilder, nächtelanges Warten und am Ende eine Absage: Wochenlang verfolgte die Republik die Berliner Verhandlungen zu einer "Jamaika-Koalition". Die Gesellschaft für deutsche Sprache meint: "Jamaika-Aus" ist das Wort des Jahres.

Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat "Jamaika-Aus" zum Wort des Jahres 2017 gekürt. Das gab der Juryvorsitzende, der Germanistik-Professor Peter Schlobinski, in Wiesbaden bekannt.

Der Name des Staates Jamaika habe in Deutschland eine neue Bedeutung bekommen, weil die Farben seiner Flagge für die (gescheiterte) schwarz-gelb-grüne Koalition stünden. Außerdem sei die Aussprache eingedeutscht worden. Mit dem Zusatz "Aus" werde umgangssprachlich auf das erfolglose Ende der Sondierungsgespräche zwischen CDU, CSU, FDP und Grünen verwiesen.

Häufigkeit nicht entscheidend

Auf dem zweiten Platz landete "Ehe für alle", gefolgt von "#MeToo". Auf den weiteren Plätzen der Zehner-Liste folgen unter anderem "Obergrenze", "Diesel-Gipfel" und "Videobeweis". Auch ein Begriff ohne erkennbare Bedeutung ist darunter: "covfefe". US-Präsident Donald Trump nutzte das Wort in einem Tweet.

Die Jury wählt Begriffe aus, die "den sprachlichen Nerv des Jahres treffen und einen Beitrag zur Zeitgeschichte leisten". Die Häufigkeit der Wörter ist weniger entscheidend.

Eine Mitarbeiterin der Gesellschaft für Deutsche Sprache schreibt die Wörter des Jahres | dpa

Bild: dpa

"Postfaktisch" wurde 2016 ausgezeichnet

Im vergangenen Jahr machte "postfaktisch" das Rennen, gefolgt von "Brexit" und "Silvesternacht" auf den Plätzen zwei und drei. Das "Wort des Jahres" wurde erstmals 1971 und seit 1977 regelmäßig gekürt. Mit der Liste sei "keinerlei Wertung oder Empfehlung verbunden", sagen die Sprachforscher.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 08. Dezember 2017 um 10:00 Uhr.