Sozialer Wohnungsbau in  in Freiburg | Bildquelle: picture alliance / Winfried Roth

Sozialverband-Gutachten Wohnungsnot macht Arme noch ärmer

Stand: 25.10.2018 12:00 Uhr

Steigende Mieten und Wohnungsmangel verstärken die soziale Ungleichheit in Deutschland: Ausgerechnet Geringverdiener müssen überdurchschnittlich viel für Wohnen ausgeben, stellt ein Gutachten des Sozialverbands fest.

"Die Miete macht über eine Million Haushalte in Großstädten so arm, dass ihr Einkommen nach Abzug der Miete unter dem Regelsatz von Hartz IV liegt": Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im Auftrag des Sozialverbands Deutschland. Demnach treffen hohe Mieten und Wohnungsknappheit Haushalte mit niedrigem Einkommen besonders schwer.

Armutsfaktor Wohnen?
tagesschau 12:00 Uhr, 25.10.2018, Martin Rebbers, RBB

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Im Untersuchungszeitraum von 1993 bis 2014 stiegen die Mieten sowohl in Ost- als auch in Westdeutschland stärker als das mittlere Einkommen. Da die Einkommen der Geringverdiener am schwächsten wuchsen, schlagen dort Mieterhöhungen stark zu Buche.

Konkret bedeutet das: Haushalte, die weniger als 1300 Euro monatlich zur Verfügung haben, müssen 46 Prozent ihres Einkommens für Miete aufbringen - wer mehr als 4500 Euro verdient, bei dem macht die Miete nur noch 17 Prozent des Einkommens aus.

Hohe Mieten diskriminieren Mehrbelastete weiter

"Alleinerziehende, Haushalte mit Migrationshintergrund, Rentner, Bezieher von Transferleistungen oder Menschen mit geringem Bildungsgrad" seien demnach besonders anfällig für eine hohe "Mietbelastungsquote", heißt es. Die Diskriminierung in der Gesellschaft schlage sich so auch in der Mietbelastung nieder.

Die Folge: In den deutschen Großstädten fehlten mindestens 1,9 Millionen bezahlbarer Wohnungen für kleine und größere Haushalte - denn ein Viertel der Wohnungen, in denen drei und mehr Menschen leben, sei eigentlich zu klein für sie. Zudem lebten viele ärmere Menschen in unsicheren Wohnverhältnissen, beispielsweise zur Untermiete, hieß es.

Problem ab 2030 laut der Studie noch gravierender

Dem Gutachten zufolge wird sich das Problem in den nächsten Jahren noch verschärfen: Unter den Menschen, die 2030 in Rente gehen werden, sei ein hoher Anteil von Altersarmut betroffen.

Der Sozialverband Deutschland sieht schwerwiegende Versäumnisse aufseiten der Politik. Das lange Leugnen von Wohnungsnot habe dazu geführt, dass die Verantwortlichen mittlerweile vor großen Aufgaben stünden, wenn sie die Probleme von "steigenden Mieten, Überbelegung und sozialer Segregation" in den Griff bekommen wollten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. Oktober 2018 um 12:00 Uhr.

Darstellung: