Ein Obdachloser liegt eingehüllt in einen Schlafsack unter einer Eisenbahnunterführung in Hannover. | Bildquelle: dpa

Wohnungslosigkeit Mehr Menschen ohne Wohnung

Stand: 11.11.2019 13:55 Uhr

Im vergangenen Jahr waren in Deutschland rund 678.000 Menschen wohnungslos. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Schätzung. Besonders junge Erwachsene und Alleinerziehende sind betroffen.

Die Zahl der Menschen ohne Wohnung in Deutschland ist einer neuen Schätzung zufolge gestiegen. Im Jahr 2018 waren rund 678.000 Menschen in Deutschland wohnungslos gemeldet. Ein Jahr zuvor lag die Zahl noch bei 650.000 Menschen.

Darunter sind etwa 41.000 Menschen, die ohne jegliche Unterkunft auf der Straße lebten. Die neue Schätzung veröffentlichte die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW) anlässlich ihrer bis Mittwoch dauernden Bundestagung.

Rund 17 Prozent oder 40.000 Wohnungslose seien EU-Bürger, hieß es weiter. Viele dieser Menschen lebten ohne jede Unterkunft auf der Straße. Vor allem in den Metropolen betrage ihr Anteil bis zu 50 Prozent der Obdachlosen.

Die Zahl der Wohnungslosen in Deutschland steigt
tagesschau 12:00 Uhr, 11.11.2019, Mirja Fiedler, RBB

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Acht Prozent der Wohnungslosen sind minderjährig

"Gegenüber dem Vorjahr 2017 bedeutet dies einen Anstieg bei der Jahresgesamtzahl um 4,2 Prozent", sagte Werena Rosenke, Geschäftsführerin der BAGW. Dabei sei die Zahl der wohnungslosen Menschen ohne Fluchthintergrund mit 1,2 Prozent weniger stark angestiegen als die Zahl der wohnungslosen anerkannten Geflüchteten mit 5,9 Prozent. Laut Schätzung des Verbands lag die Zahl der wohnungslosen Kinder und Jugendlichen bei acht Prozent aller Wohnungslosen.

Werena Rosenke | Bildquelle: Bernhardt Link - Farbtonwerk
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Alleinerziehende und junge Erwachsene sind besonders gefährdet, wohnungslos zu werden, erklärte Werena Rosenke.

Als Hauptgründe für die steigende Zahl der Wohnungslosen nannte Rosenke das unzureichende Angebot an bezahlbarem Wohnraum, die Schrumpfung des Sozialwohnungsbestandes und die Verfestigung von Armut. Alleinerziehende und junge Erwachsene seien besonders gefährdete Personengruppen.

"Alarmruf an Wohnungsbaupolitik"

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt sprach von einem "Alarmruf an die Wohnungsbaupolitik". Die Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, Verena Bentele, zeigte sich bestürzt: "Gerade die Zahl der betroffenen Kinder und Jugendlichen macht uns große Sorgen." Auch für Alleinerziehende, Ältere oder Menschen mit Behinderung werde es immer schwerer, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Bentele forderte "mehr bezahlbare Wohnungen, mehr sozialen Wohnungsbau, aber auch Löhne und Renten, von denen man seine Miete bezahlen kann".

Als wohnungslos werden Menschen bezeichnet, die nicht über einen Mietvertrag verfügen. Viele von ihnen leben etwa in Notunterkünften, stationären oder kommunalen Einrichtungen oder bei Freunden. Obdachlose sind eine Untergruppe der Wohnungslosen. Bei ihnen handelt es sich um Menschen, die keinen festen Wohnsitz und keine Unterkunft haben.

Immer mehr Wohnungslose in Deutschland
Michael Weidemann, ARD Berlin
11.11.2019 12:14 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 11. November 2019 um 06:15 Uhr.

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