Die nachgestellte Szene eines Einbruchs durch eine gekippte Terassentür. | dpa

Mehr Homeoffice im Lockdown Wohnungseinbrüche auf Rekordtief

Stand: 01.04.2021 13:37 Uhr

Noch bis vor wenigen Jahren entwickelte sich die Zahl der Wohnungseinbrüche vor allem in eine Richtung: nach oben. Inzwischen geht die Kurve kontinuierlich runter. 2020 spielte dabei auch die Corona-Pandemie eine Rolle.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland ist der Versicherungsbranche zufolge coronabedingt auf ein historisches Tief gefallen. Im Jahr 2020 habe man 85.000 versicherte Einbrüche registriert, teilte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mit. Das sei ein Minus von rund 10.000 im Vergleich zum Vorjahr und der niedrigste Wert in der bis 1998 zurückreichenden Statistik.

"Der Rückgang der Einbruchszahlen liegt vor allem daran, dass die Menschen wegen der Corona-Pandemie viel Zeit zu Hause verbracht haben", erklärte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. "Einbrechern fehlte somit oft die Gelegenheit für ihre Tat." Mit dem Rückgang der Einbrüche habe sich die Höhe der Gesamtschäden um 70 Millionen Euro auf 230 Millionen Euro verringert.

Fast jeder zweite Einbruch scheitert

Seit dem Jahr 2015 - also schon vor der Corona-Krise - seien die Einbruchszahlen kontinuierlich gesunken. Viele Haus- und Wohnungsbesitzer investierten mittlerweile in bessere Sicherheitstechnik, erläuterte Asmussen. "Das zahlt sich aus." Nahezu jeder zweite Einbruch scheitere, weil die Täter nicht schnell genug ins Haus kämen.

Einbruchhemmende Fenster und Türen würden in Deutschland bei Neubauten allerdings nicht standardmäßig eingebaut, da dies bislang nicht vorgeschrieben sei. Durch Mindestanforderungen für neu eingebaute Fenster und Türen und deren konsequente Umsetzung könnte der Einbruchsschutz nach Auffassung der Versicherer wirksam erhöht werden.

2015 noch besorgniserregendes Niveau

Das Bundeskriminalamt (BKA) hatte vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie zuletzt bei der Eigentumskriminalität insgesamt - neben Wohnungseinbrüchen auch bei Laden- und Taschendiebstählen - einen Rückgang erwartet und auf "veränderte Tatgelegenheitsstrukturen" hingewiesen. So stünden in Corona-Zeiten tagsüber deutlich weniger Wohnungen leer.

Die Zahl der versuchten und vollendeten Wohnungseinbrüche war in den Jahren 2008 bis 2015 kontinuierlich nach oben gegangen und hatte ein besorgniserregendes Niveau erreicht. Der Höhepunkt lag schließlich bei 167.136 bundesweit registrierten Fällen. Im Jahr 2016 gab es dann erstmals wieder einen Rückgang, der sich seitdem fortsetzte. Für 2019 erfasste die Polizeiliche Kriminalstatistik bundesweit noch 87.145 Delikte. Die bundesweite Kriminalstatistik für das Jahr 2020 liegt noch nicht vor.

Über dieses Thema berichtete NDR 1 Niedersachsen am 22. März 2021 um 14:00 Uhr.