Antrag auf Wohngeld | picture alliance / Rolf Kosecki

Wohngeldreform Auszahlungen könnten sich verzögern

Stand: 17.11.2022 12:02 Uhr

Vergangene Woche hat der Bundestag die Reform des Wohngeldes beschlossen. Im kommenden Jahr soll sie in Kraft treten - zu kurzfristig, sagen Kritiker. Die Bearbeitungszeit könnte mehrere Wochen dauern.

Wer zum Jahreswechsel das reformierte Wohngeld beantragt, könnte laut Bundesbauministerin Klara Geywitz mehrere Wochen auf eine Auszahlung warten. "Es ist anzunehmen, dass die Bearbeitungszeit stärker steigt", sagte Geywitz der "Bild". Anträge zum 1. Januar würden teilweise erst im März den Bescheid erhalten können. Das Wohngeld für Januar und Februar werde dann rückwirkend ausgezahlt.

Das Wohngeld ist ein staatlicher Zuschuss zur Miete für Haushalte, die zwar keine Sozialleistungen beziehen, trotzdem aber wenig Geld haben. Durch die kürzlich beschlossene Reform des Wohngeldes komme auf die Mitarbeitenden der entsprechenden Stellen deutlich mehr Arbeit zu. Man stehe vor einem "riesigen Aktenberg", sagte die Ministerin.

"Kaum leistbar"

Laut dem Deutschen Landkreistag sei der zu erwartende Mehraufwand "kaum leistbar". "Die Politik hätte für die Reform ganz klar einen längeren Vorlauf einplanen müssen", sagte der Präsident des Deutschen Landkreistages, Reinhard Sager (CDU), dem "Redaktionsnetzwerks Deutschland".

Laut der Reform soll das Wohngeld ab dem kommenden Jahr erhöht und mehr Menschen zugänglich gemacht werden. Von durchschnittlich etwa 190 Euro soll es auf 370 Euro steigen. Zwei Millionen Menschen sollen nach Angaben der Regierung die Sozialleistung künftig beziehen können - vorher waren es rund 600.000. Der Bundesrat muss der Reform Ende November noch zustimmen.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell Radio am 17. November 2022 um 12:00 Uhr.