zwei Wölfe im Wald | Bildquelle: dpa

In sieben Bundesländern Canis lupus auf dem Vormarsch

Stand: 22.11.2018 12:04 Uhr

Canis lupus auf dem Vormarsch: In Deutschland leben derzeit 73 Rudel und damit 13 mehr als im Vorjahr. Das teilte das Bundesamt für Naturschutz mit. Vor allem im Nordosten breiten sich die Wölfe aus.

Die Zahl der Wölfe in Deutschland steigt weiter an. Bundesweit seien nach jüngsten Daten 73 Rudel und damit 13 mehr als im Vorjahreszeitraum bestätigt, teilte das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit. Neue Erhebungen aus den Bundesländern zeigen auch einen Anstieg bei den Wolfspaaren von 21 auf aktuell 30. Die Auswertung des sogenannten Wolfsmonitoring für 2017/2018 ergab zudem drei sesshafte Einzeltiere.

Wölfe stehen auf einem Feld in Niedersachsen (Archivbild vom 07. März 2016) | Bildquelle: dpa
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Wölfe stehen auf einem Feld in Niedersachsen. In insgesamt sieben Bundesländern leben die Tier inzwischen.

"Positive Entwicklung der Wolfspopulation"

Das Wolfsvorkommen konzentriert sich nach Angaben des Bundesamtes weiterhin auf das Gebiet von der sächsischen Lausitz in nordwestliche Richtung. Insgesamt leben Wölfe in den sieben Bundesländern Bayern, Brandenburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Die meisten Wölfe leben in Brandenburg und Sachsen. In den anderen Bundesländern wurden einige wenige, nicht-sesshafte Wölfe nachgewiesen.

"Die weiterhin positive Entwicklung der Wolfspopulation in Deutschland steht im starken Kontrast zum weltweit dramatischen Verlust der biologischen Vielfalt", sagte BfN-Präsidentin Beate Jessel. Der Erfolg zeige, dass Arten von einem strengen Schutz profitieren.

Gesamtzahl der Wölfe nur schwer zu schätzen

Das Bundesamt für Naturschutz teilte mit, dass die Gesamtzahl der in Deutschland lebenden Wölfe nicht seriös angegeben werden könne. Das Monitoring der Bundesländer sei auf den Nachweis von Rudeln, Paaren und territorialen Einzeltieren ausgerichtet.

Verantwortlich für das Monitoring und Wolfsmanagement sind laut BfN die Länder, die dabei von der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf (DBBW) unterstützt werden.

Wölfe gelten als äußerst scheu. Wenn sie Menschen begegnen, ziehen sie sich meist zurück. Das BfN rät: "Grundsätzlich gilt, dass man sich bei einer Begegnung ruhig verhalten und Wölfen mit Respekt begegnen sollte. Denn Wölfe sind, wie Wildschweine auch, große wehrhafte Wildtiere."

Abschuss nur in seltenen Fälle erlaubt

Die Ansiedelung des Wolfes wird vor allem von Weidetierhaltern kritisch gesehen. Sie fürchten um ihre Bestände. Auch einige Bürger haben Angst vor Angriffen auf Kinder.

Wölfe sind durch EU-Regelungen und das Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt. Sie dürfen nur in seltenen Ausnahmen geschossen werden.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 22. November 2018 um 16:15 Uhr.

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