Wölfe stehen auf einem Feld in Niedersachsen (Archivbild vom 07. März 2016) | Bildquelle: dpa

Widersprüchliche Zahlen Mehr als 1000 Wölfe in Deutschland?

Stand: 22.06.2018 10:58 Uhr

Die Zahlen gehen stark auseinander: Während der Deutsche Jagdverband von mehr als 1000 Wölfen in Deutschland spricht, geht das Bundesamt für Naturschutz hingegen von 150 erwachsenen Wölfen aus.

Der Deutsche Jagdverband geht davon aus, dass in Deutschland bereits mehr als 1000 Wölfe leben. Binnen neun Jahren habe sich die Zahl der von Wölfen verletzten oder getöteten Tiere mehr als verzehnfacht, sagte Verbandssprecher Torsten Reinwald der "Rheinischen Post". Deshalb wachse nun der Druck, den Schutz der Wölfe zu lockern.

Offizielle Schätzungen des Bundesamts für Naturschutz gehen hingegen nur von 150 bis 160 erwachsenen Wölfen in Deutschland aus. Zuletzt wurden 60 Wolfsrudel, 13 Wolfspaare und drei sesshafte Einzelwölfe bestätigt.

Aktives Wolfsmanagement gefordert

Die Ausbreitung des Wolfs führt immer wieder zu Konflikten mit Menschen. Vor allem Bauern- und Jagdverbände fordern deshalb seit längerem ein Eingreifen der Politik. "Wenn wir in Deutschland Tiere auf der Weide sehen wollen, dann brauchen wir ein aktives Wolfsmanagement, das im Einzelfall auch die Entnahme von Wölfen beinhaltet", sagte der Präsident des Bauernverbands, Joachim Rukwied, der Zeitung.

FDP-Agrarexperte Karlheinz Busen sprach von "Kuscheltierromantikern" im Umweltministerium. Dieses nähme "die Gefahren und die Sorgen der Menschen einfach nicht ernst". Er reagierte damit auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP, ob sie in der steigenden Wolfspopulation Gefahren für im Wald spielende Kinder, für Jogger oder für Hundebesitzer sehe. Das könne zwar nicht gänzlich ausgeschlossen werden, das Risiko sei jedoch "sehr gering", antwortete das Umweltministerium.

Über dieses Thema berichtete der SWR am 08. März 2018 um 11:15 Uhr in der Sendung "Planet Wissen". Am 13. März 2018 berichtete der WDR um 13:10 Uhr ebenfalls in der Sendung "Planet Wissen".

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