WM-Plakat 2006 und Weltmeister-Trophäe | Bildquelle: dpa

"Spiegel" zur WM-Affäre 2006 Offenbar weitere dubiose Zahlung

Stand: 24.03.2017 20:21 Uhr

Laut einem "Spiegel"-Bericht gibt es eine weitere dubiose Zahlung in der Affäre um die Vergabe der Fußball-WM 2006: Ein Lobbyist soll insgesamt zwei Millionen für Beratungsdienste kassiert haben - auf einem Gebiet, von dem er keine Ahnung hatte.

In der Affäre um die Fußball-WM 2006 soll es einem Medienbericht zufolge eine weitere dubiose Zahlung gegeben haben. Dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" zufolge schloss der Medienkonzern KirchMedia kurz vor der Vergabe des Turniers an Deutschland im Juni 2000 noch einen zweiten Vertrag über eine Million Dollar mit dem Lobbyisten Elias Zaccour ab.

Der inzwischen gestorbene Libanese besaß beste Kontakte zu damaligen Entscheidern über die WM-Vergabe. Ein erster Vertrag über ein Honorar von einer Million Dollar ist bereits seit 2003 bekannt. Eine zweite Million sollte Zaccour dem Bericht zufolge nach dem 7. Juli 2000 erhalten, dem Tag nach der WM-Vergabe durch den Fußball-Weltverband FIFA. Zaccour soll dem "Spiegel" zufolge das Geld offiziell für Beratungsleistungen im Bereich Filmrechte erhalten haben, obwohl er sich in diesem Bereich nicht ausgekannt habe.

Ex-Geschäftsführer kann sich nicht erinnern

Der frühere Kirch-Geschäftsführer Dieter Hahn sagte dem "Spiegel", dass ihm "ein 17 Jahre zurückliegender Vorgang nicht mehr erinnerlich" sei. Der Kirch-Konzern besaß die Fernsehrechte an der Weltmeisterschaft 2006.

Das Medienunternehmen besaß laut dem Blatt ein großes geschäftliches Interesse daran, dass das Turnier in Deutschland stattfand. Zudem sei Zaccour ein enger Vertrauter der früheren FIFA-Funktionäre Jack Warner und Mohamed Bin Hammam gewesen. Beide spielen in dem seit fast anderthalb Jahren ungeklärten WM-Skandal mutmaßlich entscheidende Rollen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. März 2017 um 22:53 Uhr

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