Fahrgäste gehen zu einem Regionalzug am Ostbahnhof in Berlin. | dpa

Wissing zu "Deutschlandticket" Menschen auf dem Land "werden stark profitieren"

Stand: 04.11.2022 08:24 Uhr

Verkehrsminister Wissing sieht im geplanten 49-Euro-Monatsticket eine preiswerte Alternative besonders auf dem Land. Doch bei einigen Punkten sind sich die Politik und die Verkehrsbetriebe noch uneinig.

Nach der Einigung von Bund und Ländern auf das "Deutschlandticket" hat Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) Kritik zurückgewiesen, dass es Menschen auf dem Land nur wenig nutze. "Gerade im ländlichen Raum werden die Bürger von dem Ticket stark profitieren", sagte Wissing der "Rheinischen Post" und dem "Bonner General-Anzeiger".

Seine Begründung: Der Nahverkehr sei auf dem Land "meist viel teurer" als in städtischen Gebieten. Nun werde das 49-Euro-Ticket eine preiswertere Alternative bieten.

Verband erwartet mehr Fahrgäste

Zwar sieht der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) in dem kommenden Ticket großes Potenzial und erwartet - unter anderem wegen der derzeit steigenden Verbraucherpreise - mehr Fahrgäste und einen Umstieg gerade bei Pendlern. Doch dafür müsse das Verkehrsnetz konsequenter ausgebaut werden. "Es nützt weder im ländlichen Raum noch in Ballungsräumen irgendjemandem dieses Ticket, wenn es kein vernünftiges Verkehrsangebot gibt", sagte Oliver Wolff, Hauptgeschäftsführer des Verbands, der Nachrichtenagentur dpa.

Auch beim Startdatum gibt es noch Unklarheiten. Geplant ist das Ticket bislang ab dem 1. Januar im kommenden Jahr. Der Branchenverband hält das Datum allerdings für nicht machbar. Realistisch sei laut Wolff eine Einführung am 1. März. Der Bundesverkehrsminister habe jedoch für das Startdatum "immer auch als Voraussetzung genannt, dass es technisch zu diesem Datum möglich ist." Die Bundesländer müssten die Umsetzung nun "zügig" mit dem Bund klären, "sodass wir in einigen Wochen ein verbindliches Startdatum nennen können", sagte Wissing.

Ein 9-Euro-Ticket für Juli 2022 wird am Hauptbahnhof hochgehalten, während Zugreisende aus einer Regionalbahn aussteigen

Ein 9-Euro-Ticket für Juli 2022 wird hochgehalten. Das "Deutschlandticket" soll der langfristige Nachfolger werden.

Geplant als digitales Angebot

Das "Deutschlandticket" soll für 49 Euro im monatlich kündbaren Abonnement digital verfügbar und deutschlandweit im öffentlichen Nahverkehr gültig sein. Das Ticket soll der langfristige Nachfolger des 9-Euro-Tickets werden, das es zwischen Juni und August zu kaufen gab.

Ob es auch im Papierformat an Automaten zu kaufen sein wird, ist offen. Die Entscheidung treffen die Länder und Verkehrsverbünde.

Über dieses Thema berichteten am 04. November 2022 Inforadio um 07:01 Uhr und Deutschlandfunk um 09:00 Uhr.