Wilke-Fleischfabrik im nordhessischen Twistetal | Bildquelle: FRIEDEMANN VOGEL/EPA-EFE/REX

Keimbelastete Wurst Ermittlungen gegen Wilke-Geschäftsführer

Stand: 08.10.2019 20:47 Uhr

Immer noch ist unklar, wohin die keimbelasteten Würste der Firma Wilke geliefert wurden. Die Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren gegen den Geschäftsführer der Firma eingeleitet. Der Anfangsverdacht: fahrlässige Tötung.

Die Staatsanwaltschaft hat gegen den Geschäftsführer des Wurstherstellers Wilke ein Ermittlungsverfahren wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung eingeleitet. Der Landkreis Waldeck-Frankenberg habe zuvor Strafanzeige gestellt, sagte ein Sprecher der Behörde.

In dem Verfahren sollen vor allem die zwei Todesfälle untersucht werden, die mit einer Listerieninfektion in Verbindung stehen sollen. In der vergangenen Woche gab es bereits Durchsuchungen am Firmensitz der Firma und am Wohnsitz des Beschuldigten. Der Geschäftsführer befindet sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft auf freiem Fuß.

Oda Lambrecht, NDR, mit einer Einschätzung zum Wilke-Skandal
nachtmagazin 00:15 Uhr, 08.10.2019

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Weitere Fälle?

Die Waren der Firma werden mit zwei Todesfällen in Südhessen sowie 37 weiteren Krankheitsfällen wegen keimbelasteter Wurst in Verbindung gebracht. Ob sich die Zahl der Todes- und Krankheitsfälle weiter erhöht, ist unklar.

Behörden fanden in Niedersachsen bei drei Erkrankten einen Keimtyp, der genetisch eng mit den Listerien verwandt ist, die in den Waren der Firma Wilke nachgewiesen wurden. Die drei erkrankten Menschen sind zwischen 50 und 90 Jahre alt. Zwei von ihnen sind gestorben - einer von ihnen starb an einer anderen Erkrankung, bei der zweiten Person habe nicht ermittelt werden können, ob die Listeriose-Erkrankung die Todesursache war.

Wohin wurde die Wurst geliefert?

Eine Woche nach Schließung des Betriebs mit 200 Mitarbeitern, der mittlerweile vorläufige Insolvenz angemeldet hat, ist immer noch unklar, wohin die Wilke-Wurst geliefert wurde. Die Verbraucherorganisation Foodwatch kritisiert, trotz der weltweiten Rückrufaktion könnten sich Verbraucher nicht sicher sein, keine Wilke-Wurst auf dem Teller zu haben.

Zwar haben Behörden mittlerweile auf Druck von Foodwatch Listen mit Hunderten von betroffenen Produkten herausgegeben. Doch das ändere nichts. "Die Ware ging schließlich auch undeklariert in Restaurants, Kantinen oder an Wursttheken in den Verkauf", sagte Foodwatch-Geschäftsführer Martin Rücker.

Neue Erkenntnisse im Skandal um keimbelastete Wurstprodukte
nachtmagazin 00:15 Uhr, 09.10.2019, Joscha Bartlitz, HR

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 08. Oktober 2019 um 20:00 Uhr.

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