Wiglaf Droste | Bildquelle: imago/VIADATA

Trauer um Satiriker Wiglaf Droste gestorben

Stand: 16.05.2019 12:43 Uhr

Der Journalist und Satiriker Wiglaf Droste ist tot. Wie die Zeitung "Junge Welt", als deren Autor er arbeitete, erklärte, starb Droste nach kurzer, schwerer Krankheit im engsten Familienkreis. Er wurde 57 Jahre alt.

Der Journalist und Autor Wiglaf Droste ist tot. Nach einer Presseerklärung der "Jungen Welt" starb er nach kurzer, schwerer Krankheit im engsten Familienkreis. Er hatte seit 1994 regelmäßig für das Blatt geschrieben, seit Januar 2011 hatte er eine tägliche Kolumne. Droste wurde 57 Jahre alt.

Arbeiten für "taz", "Titanic" und die ARD

Droste, Jahrgang 1961, arbeitete nach einem schnell abgebrochenen Studium der Publizistik und Kommunikationswissenschaften bis Mitte 1988 als Redakteur der Medienseite der Berliner "tageszeitung". Nach einem Eklat beschäftigte ihn das Blatt dann bis 2006 als freien Mitarbeiter der Satire-Seite "Die Wahrheit".

Sein Verständnis von Satire und Polemik teilte freilich nicht jeder: Als er sich in dem Fortsetzungs-Krimi "Der Barbier von Bebra" (1996) über ehemalige DDR-Bürgerrechtler ausließ, die einem Serienmörder zum Opfer fallen, wurde ihm vorgeworfen, er gebe "literarischen Anleitungen zum Mord an Andersdenkenden".

Von 1989 bis 1991 war er Redakteur des Satiremagazins "Titanic", er gründete 1989 die "Höhnende Wochenschau" sowie 1991, zusammen mit Michael Stein, das "Benno-Ohnesorg-Theater". 1989 erschien sein erstes Buch "Kommunikaze".

Wiglaf Droste (2005)
galerie

2005 wurde Wiglaf Droste mit dem Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis ausgezeichnet.

Literarische Würdigungen

Beim MDR ging Droste von 1997 an Sprachglossen auf Sendung. Der Sprachkünstler, Kabarettist, Satiriker und Schauspieler verfasste für MDR Figaro mehr als ein Dutzend Staffeln. Auch für WDR und Deutschlandfunk war Droste tätig.

2005 erhielt Droste den Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis. Sein umfangreiches Werk zeuge von so hoher sprachlicher Virtuosität, dass sich Vergleiche mit Kurt Tucholsky, Erich Kästner und Heinrich Heine aufdrängten, so die Jury damals.

"Das Allerschönste ist, wenn nichts in der Zeitung steht"

Auf die Frage, was er gerne über sich in der Zeitung lesen würde, antwortete Droste einmal: "Das Allerschönste ist, wenn nichts in der Zeitung steht. Wenn ich irgendwann nicht mehr als öffentliche Figur auftauche, steht dem Glück nichts mehr im Wege."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. Mai 2019 um 14:00 Uhr.

Darstellung: