Eine Birke steht auf einer vertrockneten ehemaligen Waldfläche in Brandenburg | Bildquelle: dpa

Anhaltende Trockenheit Droht ein neuer Dürresommer?

Stand: 24.04.2019 11:12 Uhr

Wenig Regen, trockene Böden: Der Deutsche Wetterdienst warnt vor einer Dürre 2019, die die des vergangenen Jahres noch übertreffen könnte. Der Feuerwehrverband fordert mehr Mittel gegen Waldbrände.

Deutschland steuert nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes möglicherweise auf einen weiteren Dürresommer zu. "Sollte die trockene Witterung in den kommenden Monaten anhalten, könnte sich die Dürre des Jahres 2018 wiederholen oder sogar übertroffen werden", sagte der Leiter der DWD-Agrarmeteorologie, Udo Busch.

Besonders betroffen sind demnach die östlichen Bundesländer. Selbst wenn es noch viel regnen sollte, bleibt die Bodenfeuchte den Schätzungen zufolge bis in den Sommer hinein unter dem vieljährigen Mittelwert. "Die Startbedingungen für die Vegetation sind 2019 in vielen Gebieten Deutschlands deutlich schlechter als im Vorjahr."

Ein Dürresommer würde diesmal nicht nur die Landwirtschaft erneut hart treffen, sondern auch die Forstwirtschaft, schätzt der DWD. Angesichts der Trockenheit und der hohen Waldbrandgefahr fordert der Deutsche Feuerwehrverband mehr Löschhubschrauber in Deutschland. Helikopter mit Außenlastbehältern seien für die Brandbekämpfung sinnvoll, sagte Verbandspräsident Hartmut Ziebs der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Vorsicht bei offenen Feuern

Grundsätzlich hält Ziebs die deutschen Feuerwehren für gut ausgerüstet, um Waldbrände zu bekämpfen. Der Verbandspräsident appellierte aber an Bürger, kein offenes Feuer im und am Wald zu entfachen und in Waldnähe nicht zu rauchen. Autofahrer sollten zudem ihren Wagen nicht auf Wiesen abstellen.

"Die heißen Katalysatoren können eine trockene Wiese in Brand setzen." Aus Sicht eines Waldexperten muss der "Wald der Zukunft" vielfältig sein, um möglichen Waldbränden Paroli bieten zu können. Strukturreiche Laubwälder mit verschiedenen Baumarten brennen nicht so schnell und trocknen nicht so stark aus wie reine Nadelwälder, wie der Naturwissenschaftler Pierre Ibisch von der Eberswalder Hochschule für nachhaltige Entwicklung sagte. "Die großflächigen Monokulturen werden mittelfristig scheitern."

Feuerwehren kämpfen gegen Waldbrände

Erste Waldbrände haben in den vergangenen Tagen schon zahlreiche Regionen in Deutschland heimgesucht. Nach Angaben des DWD herrscht vor allem in Teilen Ost- und Norddeutschlands die höchste Gefahrenstufe. Das Bundesland Brandenburg ist davon beinahe flächendeckend betroffen. In Thüringen kämpfen Helfer seit Tagen gegen einen Waldbrand bei Saaldorf. Wind facht das zwischenzeitlich gelöschte Feuer immer wieder an, Gebäude oder Menschenleben sollen aber nicht gefährdet sein. Feuerwehrleute aus Thüringen und dem benachbarten Bayern sind in dem Gebiet im Einsatz.

Auch in Hamburg löschte die Feuerwehr ein Feuer in einem Naturschutzgebiet im Stadtteil Rahlstedt. Dort brannte es auf einer Fläche von 100 mal 100 Metern, starker Wind drohte die Flammen vor sich herzutreiben.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 24. April 2019 um 07:20 Uhr.

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