Eine Pistenraupe steht in Bayern auf einer Skipiste, die nur noch teilweise mit Schnee bedeckt ist.  | Bildquelle: dpa

Deutscher Wetterdienst "Totalausfall des Winters"

Stand: 28.02.2020 13:52 Uhr

Dieser Winter in Deutschland war der zweitwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Nur einmal war es wärmer - vor 14 Jahren. Grund ist Meteorologen zufolge eine milde Südwestströmung.

Der aktuelle Winter ist der zweitwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881. Die Meteorologen des Deutschen Wetterdiensts (DWD) werteten dafür 2000 Messstationen aus. Die Temperaturen lagen bundesweit im Schnitt bei 4,1 Grad. Damit waren sie um 3,9 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode von 1961 bis 1990. Wärmer war bisher nur die Wintersaison von 2006 auf 2007. Damals gab es ein Plus von 4,4 Grad.

In den Bundesländern Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg war es demnach sogar der wärmste Winter, wie die Meteorologen mitteilten. Auch in Hamburg und Bremen wurden die bisherigen Rekorde nach erster Einschätzung wohl übertroffen.

Der Wetterdienst zeichnete häufig frühlingshafte Temperaturen von über 15 Grad auf. Den höchsten Wert erreichte am 16. Februar 2020 Müllheim südwestlich von Freiburg mit 21,5 Grad. Am kältesten war es in Oberstdorf am 20. Januar und am 6. Februar mit jeweils minus 14,7 Grad. Dort lag trotz tiefer Temperaturen an 54 Tagen kein Schnee. Als "ungewöhnlich schneearm", bezeichnete der DWD diesen Winter. In einigen Teilen des weiter nördlich gelegenen Flachlands schneite es demnach gar erstmals diese Woche.

Nass, schneearm, sonnig im Süden

Darüber hinaus war der Winter laut DWD auch "deutlich zu nass". Mit rund 225 Litern pro Quadratmeter überstieg die Niederschlagsmenge in diesem Winter den Mittelwert, der zu dieser Jahreszeit über 30 Jahre hinweg gemessen wurde, deutlich um 23 Prozent. Dieser Wert liegt sonst bei 181 Litern pro Quadratmeter. 

Die Sonne schien dafür gut ein Fünftel mehr als sonst: Üblicherweise gibt es im Winter 153 Sonnenstunden - in dieser Saison waren es rund 185 Stunden. Am meisten zeigte sie sich rund um den Starnberger See mit bis zu 345 Stunden, am wenigsten im Norden mit örtlich weniger als 100 Stunden.

Ein großer Teil Europas habe sich zwischen November und Ende Februar dauerhaft in einer kräftigen, extrem milden Südwestströmung befunden. "Sie sorgte in Deutschland vielerorts für einen 'Totalausfall' des Winters", erklärte der DWD.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 28. Februar 2020 um 21:45 Uhr.

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