Feuerwehrleute löschen einen Feldbrand in Sachsen-Anhalt | Bildquelle: dpa

Waldbrände, Trockenheit, Wassernot Sommerhitze mit Schattenseiten

Stand: 04.07.2018 18:26 Uhr

So soll der Sommer doch sein: heiß und mit viel Sonne. Doch die Hitze bringt auch Risiken mit sich, die sich nicht nur bundesweit, sondern in ganz Europa bemerkbar machen.

Eigentlich ist der Sommer gerade einmal zwei Wochen alt - am 21. Juni war zumindest auf dem Kalender der Start der heißen Jahreszeit. Doch in diesem Jahr kletterte das Thermometer viel früher in die Höhe: Noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen hatte es einen so warmen April und Mai gegeben. Doch die anhaltende Sommerhitze bringt auch Gefahren mit sich.

Steigende Brandgefahr

In zahlreichen Bundesländern kommt es vermehrt zu Wald- und Flächenbränden. Vor allem der Nordosten Deutschlands ist betroffen. In Mecklenburg-Vorpommern mussten Einsatzkräfte am Dienstag im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte innerhalb von nur sechs Stunden fast 30 Mal ausrücken, um Brände zu löschen. Nicht nur Wälder, vor allem auch die Ernte auf den Feldern ist besonders gefährdet. Auch am Mittwoch richteten neue Flammenherde in dem Bundesland Schäden im fünfstelligen Bereich an.

Auch in Mitteldeutschland nimmt die Gefahr von Waldbränden immer mehr zu, je länger der Regen auf sich warten lässt. In Sachsen-Anhalt gilt inzwischen in zehn Landkreisen die höchste Waldbrandstufe, auch in Sachsen wurde in fünf Landkreisen die höchste Warnstufe verhängt. Im bayerischen Franken starten Beobachtungsflüge, um Brandherde in Wäldern so früh wie möglich auszumachen.

Flüsse führen zu wenig Wasser

Doch die anhaltende Trockenheit bringt nicht nur zu Lande Probleme mit sich. Vor allem in Sachsen sind die Pegelstände der Flüsse drastisch zurückgegangen. Laut dem sächsischen Landesamt für Umwelt ist vor allem die Elbe ein drastisches Beispiel: Knapp 70 Zentimeter beträgt der Pegel nur noch, normal ist ein Wasserstand von etwa zwei Metern.

Im Norden kein Tropfen, in der Eifel Regengüsse

Und zumindest im Norden Deutschlands wird es auch in den kommenden Tagen überwiegend trocken bleiben. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagt lediglich ein paar Wolken und Schauer voraus. Doch während der eine Teil Deutschlands kaum Regen abbekommt, bringen heftige Sommergewitter in einigen Regionen gleich viel zu viel davon. In der Eifel, der Pfalz und im Allgäu gab es solche Gewitter, teils mit Starkregen. Im Gebiet rund um Mainz warnt der DWD sogar vor Hagel und Sturmböen.

Ganz Europa bekommt Sommerhitze zu spüren

Der Sommer und seine Folgen machen sich auch im restlichen Europa bemerkbar: Auf Zypern werden die Bewohner davor gewarnt, sich bei Temperaturen von bis zu 40 Grad im Schatten zu lange im Freien aufzuhalten.

Im Norden Englands nahe Manchester stehen seit Tagen Moorlandschaften in Flammen. Mehr als 100 Feuerwehrleute versuchen mit Unterstützung des Militärs die Brände in den Griff zu bekommen. Mehr als 50 Häuser mussten evakuiert werden, Schulen bleiben geschlossen.

Brennende Moore nahe Manchester | Bildquelle: dpa
galerie

Nahe dem britischen Manchester stehen mehrere Moore in Flammen. Retttungskräfte beschrieben die Feuer als "apokalyptisch".

Auch Dänemark versucht, das Risiko von Bränden einzudämmen, indem einige Kommunen die Nutzung von Kohlegrills verboten haben. Auch in Deutschland, etwa in Bielefeld, wurden erste Grillplätze gesperrt.

Über dieses Thema berichtete am 04. Juli 2018 MDR aktuell um 19:30 Uhr und MDR extra um 20:15 Uhr.

Darstellung: