Junge Leute fahren mit einem Lastenfahrrad, während starker Regen auf die Friedrichstraße in Berlin prasselt. | dpa

Wegen Starkregenfällen Juli geht in Wettergeschichte ein

Stand: 30.07.2021 14:49 Uhr

In Deutschland hat es im Juli deutlich mehr geregnet als üblich. Laut Deutschem Wetterdienst brachte der Monat insgesamt 40 Prozent mehr Niederschlag als sonst. Die Starkregenfälle hatten ein "historisches Ausmaß".

Aufgrund der extremen Starkregenfälle durch Tief "Bernd" ist der Juli in Deutschland in diesem Jahr um fast die Hälfte nasser gewesen als üblich. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach unter Berufung auf eine erste Auswertung mitteilte, gingen im bundesweiten Schnitt rund 110 Liter Niederschlag je Quadratmeter nieder.

Das waren rund 40 Prozent mehr als nach den Juli-Werten der für meteorologische Vergleiche herangezogenen Referenzperiode von 1961 bis 1990 zu erwarten gewesen wäre.

Tief "Bernd" war schuld

Tief "Bernd" hatte sich in der zweiten Monatshälfte über Mitteleuropa etabliert und wiederholt Starkregen gebracht. Das Besondere daran war, dass der Starkregen nicht mehr lokal niederprasselte, sondern auf einer großen Fläche.

Der Regen hatte laut DWD "ein historisches Ausmaß". Er war zwischen Kölner Bucht und Eifel derart heftig, dass er "als 'Jahrhundertregen' in die meteorologischen Geschichtsbücher eingegangen ist", bilanzierte der DWD. Die verheerenden Fluten waren laut DWD "eine der für Deutschland folgenreichsten Naturkatastrophen seit der Sturmflut 1962".

Höchster Tagesniederschlag in Köln

Über 100 Liter pro Quadratmeter kamen während des Unwetters am 13. und 14. Juli innerhalb von 24 Stunden vom Himmel. Den höchsten Tagesniederschlag einer DWD-Station übermittelte Wipperfürth-Gardeweg bei Köln mit 162,4 Litern pro Quadratmeter.

Am 17. Juli öffnete "Bernd" dann seine Schleusen im Chiemgau und Berchtesgadener Land. Auch dort fielen 24-Stunden-Mengen von teils über 100 Litern pro Quadratmeter. Mit über 350 Litern pro Quadratmetern gab es in dieser Region auch den in Summe größten Monatsniederschlag.

Andernorts war die Lage völlig anders. So zeichneten die Messstationen in der Magdeburger Börde weniger als 20 Liter auf.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell Radio am 30. Juli 2021 um 14:00 Uhr in den Nachrichten.