Thermometer vor blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein zeigt 38 Grad an | Bildquelle: dpa

Fast ganz Deutschland betroffen Warnung vor Hitze und UV-Strahlung

Stand: 29.06.2019 10:57 Uhr

Starke Hitze und dann auch noch besonders hohe UV-Strahlung: Der Deutsche Wetterdienst hat neue Warnungen für nahezu ganz Deutschland herausgegeben. Mediziner und Gewerkschafter fordern Hitze-Pausen für Arbeitnehmer.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat eine Warnung für fast ganz Deutschland herausgegeben - mit Blick auf die UV-Strahlung. Diese sei an diesem Samstag besonders stark, hieß es am Morgen in einer aktualisierten Warnung. Nur ein schmaler Küstenstreifen an Nord- und Ostsee sowie Hamburg und Schleswig-Holstein sind nicht betroffen.

UV-Strahlung erhöht das Risiko von Hautkrebs: "Jedes Zuviel an UV-Bestrahlung, das heißt jede Hautrötung und jeder Sonnenbrand, können die Zellstruktur der Haut verändern", erklärte die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Je häufiger diese Schädigungen passierten, desto höher sei das Risiko, dass in einem späteren Lebensalter Hautkrebs entstehe.

Hitzewarnung für fast ganz Deutschland

Nicht nur die UV-Strahlung bereitet den Meteorologen Sorgen. Auch eine Hitzewarnung wurde vom DWD herausgegeben. Diese gilt ebenfalls für nahezu ganz Deutschland. Nur die Küstenregionen im Norden und kleinere Grenzregionen in Thüringen, Sachsen und Bayern sind nicht betroffen.

Bei nahezu wolkenlosem Wetter mit viel Sonne sollten die Temperaturen in Deutschland auf 29 bis 36 Grad ansteigen. Am heißesten soll es am Nachmittag in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Baden-Württemberg und Bayern werden. Nur an den Küsten und im höheren Bergland bleibt es nach Angaben des DWD mit 22 bis 29 Grad etwas kühler.

Sonntag wird es dann nach Angaben der Meteorologen noch heißer: Bis zu 39 Grad werden nach Angaben des DWD erwartet. Die heißesten Regionen morgen sind wieder Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, aber auch Berlin und Brandenburg. Zu den heißen Temperaturen soll dann in weiten Teilen Deutschland auch noch stärkerer Wind mit mehr als 50 km/h hinzukommen.

Forderung nach Hitzepausen für Arbeitnehmer

Angesichts der anhaltenden Extremtemperaturen fordern Mediziner und Gewerkschaften Hitze-Pausen für betroffene Arbeitnehmer. "Wichtig ist, bei großer Hitze die Schlagzahl etwas herunterzufahren und - wenn irgendwie möglich - die ein oder andere Pause extra einzulegen", sagte der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Arbeitgeber sollten es aus Fürsorge für ihre Mitarbeiter ermöglichen, dass bei extremer Hitze das Tempo gebremst werde.

Rückendeckung kommt von SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Arbeit bei den enormen Temperaturen sei gesundheitsgefährdend, sagte Lauterbach der Zeitung. "Die Arbeitgeber müssen ein Signal setzen und für großzügigere Pausen sorgen." Die klassische Pausenregelung sei "für die extreme Hitze nicht ausgelegt". Verordnete lange Mittagspausen nach Vorbild der Siesta in südlichen Ländern hält Lauterbach aber für falsch. "Notwendig sind flexible Regelungen, damit Arbeitnehmer, die besonders der Hitze ausgesetzt sind, geschützt werden."

Sorge vor umkippenden Bauarbeitern

Die Gewerkschaft IG BAU beklagte, es gebe zwar Regelungen, diese würden aber von zahlreichen Bauunternehmern gebrochen. "Viele stellen sich quer und ignorieren offenbar ganz bewusst die strengen Auflagen, um Kosten zu sparen", sagte IG-BAU-Sprecher Ruprecht Hammerschmidt der Zeitung. "In drastischen Ausnahmefällen lässt man lieber einen Bauarbeiter umkippen, als ihm eine Flasche Wasser hinzustellen." Arbeitnehmer sollten ihre Ansprüche einfordern.

Auch die IG Metall appellierte an die Arbeitgeber: "Vor allem flexiblere Arbeitszeiten und längere Pausenzeiten sollten bei großer Hitze eigentlich selbstverständlich sein", sagte Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. Juni 2019 um 12:00 Uhr.

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