Ein Badegast duscht sich im Strand- und Freibad nach dem Baden im Bodensee. | Bildquelle: dpa

Hoch "Ulla" Deutschland schwitzt

Stand: 25.06.2019 21:09 Uhr

Das Hoch "Ulla" hat Deutschland den bislang heißesten Tag des Jahres beschert. Vor allem im Westen stiegen die Temperaturen vielerorts deutlich über 30 Grad. Am Düsseldorfer Flughafen mussten überhitzte Züge geräumt werden.

Ob Berlin, Köln, Hamburg oder München: Bundesweit macht sich Sahara-Hitze breit. Vielerorts wurde die 30-Grad-Marke geknackt. Nach vorläufigen Zahlen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wurden am Nachmittag am Düsseldorfer Flughafen 36,8 Grad gemessen. Bestätigt sich dieser Wert, wäre dies die bisherige Jahres-Höchstmarke bundesweit.

Der Messwert vom Düsseldorfer Flughafen bedeute einen neuen Stationsrekord für Juni, sagte DWD-Meteorologe Erwin Hafenrichter in Essen. Der bisherige Höchstwert lag bei 35,2 Grad. Von der höchsten jemals in einem Juni in NRW gemessenen Temperatur blieb der Wert aber noch ein Stück entfernt: In Herten im Kreis Recklinghausen hatte das Thermometer im Juni 2002 38,3 Grad angezeigt.

Hitze und kein Ende: Forscher warnen vor Hautkrebsrisiko
nachtmagazin, 00:18 Uhr, 26.06.2019, Friederike Rohmann, MDR

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Überhitzte Regionalzüge

Weil mitten in der größten Hitze die Klimaanlagen in zwei Regionalzügen gestört waren, musste die Deutsche Bahn am späten Nachmittag vorsichtshalber Rettungskräfte zum Düsseldorfer Flughafen-Bahnhof rufen. Die Reisenden der Züge konnten eigenständig am Bahnhof aus- und in die nächsten Züge einsteigen. Wegen einer Weichenstörung habe einer der beiden Züge aber eine Zeit lang auf der Bahnstrecke gestanden. Ein Notarzt und Rettungskräfte hätten für die Fahrgäste bereit gestanden, Verletzte habe es aber nicht gegeben, sagte ein Feuerwehr-Sprecher der Nachrichtenagentur dpa.

Wegen der großen Hitze ist am 05.07. 2015 eine Betonfahrbahn auf der A5 aufgeplatzt.
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Aus Angst vor "Blow Ups" gelten auf Sachsen-Anhalts Autobahnen 9 und 38 streckenweise Tempolimits.

Gefahr von "Blow Ups"

Auch weiter südlich waren Rettungskräfte im Einsatz, um bei Hitzenotfällen bereit zu stehen: Nach einem Unfall auf der A8 zwischen München und Augsburg staute sich der Verkehr am Abend zwischenzeitlich auf mehr als 20 Kilometer, wie ein Sprecher der Polizei sagte. Zwei Frauen seien bei Temperaturen um die 30 Grad auf der Autobahn kollabiert, eine sei in ein Krankenhaus gebracht worden, sagte ein Sprecher des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK). Eine Schwangere habe kurz vor den Entbindung gestanden und sei von der Autobahn direkt zur Geburt in eine Klinik gefahren worden. Zusammen mit dem Technischen Hilfswerk (THW) verteilten die Retter dem Sprecher zufolge rund 1700 Liter Wasser und Eistee. Mehr als 100 Helfer von BRK und THW seien im Einsatz gewesen.

In Sachsen-Anhalt wurde wegen der hohen Temperaturen für mehrere Autobahnabschnitte auf der A9 und der A38 vorsorglich ein Tempolimit verhängt. Der Chef der Landesstraßenbaubehörde, Uwe Langkammer, sprach von Vorsichtsmaßnahmen. Hintergrund sei, dass dort bereits geschädigte Betondecken abrupt aufbrechen und sich anheben könnten und sogenannte Blow Ups entstehen. Deshalb dürfen Autofahrer nur noch maximal 100 bzw. 120 Kilometer pro Stunde schnell fahren.

Waldbrand in Brandenburg

Durch Hitze und Trockenheit steigt auch wieder die Waldbrandgefahr. In Brandenburg breitete sich ein Feuer in der Lieberoser Heide auf rund 100 Hektar aus. Mehr als 100 Einsatzkräfte der Feuerwehr bekämpften den Brand und wurden unter anderem von zwei Löschhubschraubern unterstützt. Gefährlich ist die Lage den Behörden zufolge auch durch die Munitionsbelastung des Gebiets, in dem es früher einen Truppenübungsplatz gab. In Brandenburg gab es in diesem Jahr bereits mehr als 110 Waldbrände.

Ein Löschfahrzeug der Feuerwehr steht auf einem Waldweg in der Lieberoser Heide. | Bildquelle: REUTERS
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Der Waldbrand in der Lieberoser Heide war am Montag ausgebrochen.

Rekord liegt bei 40,3 Grad

Morgen soll die Hitzewelle ihren Höhepunkt erreichen, dann könnte auch der Temperatur-Rekord aus dem Jahr 2015 fallen. Das Thermometer soll im Südwesten verbreitet auf 39 Grad steigen. Möglich sei auch, dass die 40-Grad-Marke erreicht werde, teilte der DWD mit. Den Rekord in Deutschland hält das bayerische Kitzingen: Sowohl am 5. Juli 2015 als auch am 7. August 2015 registrierte der DWD an der dortigen Messstation 40,3 Grad Celsius. Die Höchstmarke für den heißesten Juni-Tag in Deutschland liegt bei 38,5 Grad - gemessen am 27. und 28. Juni 1947 im baden-württembergischen Bühlertal.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. Juni 2019 um 20:00 Uhr.

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