Badewetter | Bildquelle: dpa

Sommer im Mai So heiß wie das ganze Jahr noch nicht

Stand: 29.05.2018 10:41 Uhr

Es ist ein Frühling, der sich wie ein Sommer anfühlt: Der DWD hat gestern den bisher heißesten Tag des Jahres registriert. Die Meteorologen warnen allerdings erneut vor heftigen Unwettern.

So heiß wie am Montag war es in Deutschland in diesem Jahr noch nicht. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) registrierte in Genthin in Sachsen-Anhalt zum Wochenbeginn den Spitzenwert von 33,3 Grad Celsius.

"Das war der wärmste Tag des Jahres bis jetzt", sagte ein DWD-Sprecher. Auch in Brandenburg war es besonders heiß, in Baruth bei Berlin wurden 32,6 Grad gemessen. Einen deutschen Hitzerekord für einen 28. Mai gab es allerdings nicht, schon einige Male war es an diesem Datum laut DWD hierzulande heißer - letztmals 2005 in Frankfurt am Main. Auch heute werden wieder Temperaturen von bis zu 33 Grad erwartet.

Herrlicher Sonnenaufgang bei Rheda-Wiedenbrück in Nordrhein-Westfalen | Bildquelle: dpa
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Herrlicher Sonnenaufgang bei Rheda-Wiedenbrück in Nordrhein-Westfalen

Nur im Nordosten bleibt es trocken

Tief "Wilma" sorgt wie bereits an den vergangenen Tagen für feuchte subtropische Luft. "Dann bilden sich tagsüber immer wieder kräftige Hitzegewitter, die durch den kaum vorhandenen Höhenwind nur sehr langsam ziehen und somit lokal eng begrenzt sintflutartige Regenmengen bringen können", so der Meteorologe Christian Herold.

Lediglich im Nordosten Deutschlands bleibt es trocken. Nachdem es bereits im Tagesverlauf zu zahlreichen Gewittern kommt, konzentrieren sich Blitz, Donner und Regenfluten am Mittwoch wahrscheinlich vorwiegend auf die Mitte Deutschlands.

Erste Wasserengpässe in Niedersachsen

Die anhaltende Hitze und Trockenheit haben in Niedersachsen zu ersten Wasserengpässen geführt. In Teilen der Samtgemeinde Harsefeld im Landkreis Stade kam am Wochenende kein Wasser mehr aus dem Hahn.

Um die Situation zu entschärfen, appelliert der Trinkwasserverband an seine Kunden, bis zum Ende der Hitzeperiode auf Rasen sprengen und Auto waschen zu verzichten. Auch Kinderplanschbecken sollten nicht mehr befüllt werden.

Wassermassen rissen Autos mit

In den vergangenen Tagen war es immer wieder zu heftigen Unwettern in Deutschland gekommen. Am Sonntagabend und in der Nacht waren schwere Gewitter über mehrere Regionen Deutschlands gezogen und hatten Straßen und Keller mit Wasser und Schlamm volllaufen lassen. Besonders von den Unwettern betroffen waren Hessen, der Südwesten von Rheinland-Pfalz, Thüringen und das Vogtland in Sachsen.

Bei Bochum wurden zwei 21 und 23 Jahre alte Frauen vom Blitz getroffen, als sie auf einem Fuß- und Radweg Filme von sich machten. Durch Herrstein war eine 1,60 Meter hohe Flutwelle geschwappt. Autos wurden von den Wassermassen des über die Ufer getretenen Fischbachs mitgerissen. Ministerpräsidentin Malu Dreyer sicherte den Unwettergeschädigten unbürokratische Hilfen zu.

Auch am Wochenende hochsommerlich

Am Freitag beginnt offiziell der meteorologische Sommer. Dann gelangt von Nordosten allmählich etwas trockenere Luft nach Deutschland. Die Gewitter werden nach DWD-Angaben dann in den Südwesten verdrängt. Hochsommerliche Temperaturen zwischen 27 und 31 Grad halten voraussichtlich auch noch am Wochenende an.

Über dieses Thema berichteten am 28. Mai 2018 "Hallo Niedersachsen" um 19:30 Uhr und "NDR aktuell" um 21:45 Uhr.

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