Bagger reißen Teile einer durch die Flut zerstörte Brücke über der Ahr ab. | dpa

Vereinzelt Regen und Gewitter Entspannung in den Hochwassergebieten

Stand: 25.07.2021 21:36 Uhr

Nach der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands kehrt in den betroffenen Gebieten Ruhe ein. Die Aufräumarbeiten konnten fortgesetzt werden. Unwetter-Warnungen gab es am Abend noch für Bayern, Berlin und Brandenburg.

In den Flutgebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen herrscht Erleichterung: Die für dieses Wochenende befürchteten neuen schweren Unwetter sind ausgeblieben. Zwar gab es nach Angaben der WDR-Wetterredaktion in NRW örtlich Schauer und Gewitter, vereinzelt auch Starkregen und stürmische Böen. Vereinzelt kam es zu vollgelaufenen Kellern. Es habe allerdings weit weniger Niederschlag gegeben als erwartet.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte am Samstagnachmittag eine amtliche Warnung vor starkem Gewitter mit Sturmböen um 70 Stundenkilometer, Starkregen und Hagel herausgegeben - unter anderem für den stark vom Unwetter betroffenen Kreis Euskirchen. Inzwischen seien alle sehr froh, dass nichts Schlimmes mehr passiert sei, so Kreissprecher Wolfgang Andres.

Am Abend gab es den Meteorologen zufolge noch einige lokale Gewitter, vor allem am Niederrhein und in Ostwestfalen-Lippe. In den Hochwassergebieten zeichne sich aber derzeit kein außergewöhnliches Wetter ab, hieß es.

Aufräumarbeiten in Rheinland-Pfalz

Auch in Rheinland-Pfalz fiel in der Nacht zum Sonntag nach Aussage des DWD in den betroffenen Regionen kaum noch Regen. Die Wetterexperten betonten aber, dass in der jetzigen Situation schon kleine Mengen Niederschlag zum Problem werden könnten, da Abflüsse verstopft und die Kanalisationen beschädigt sind. Den Anwohnern war vorsorglich das Angebot gemacht worden, mit Shuttlebussen in eine Notunterkunft gebracht zu werden.

Im Katastrophengebiet an der Ahr wird mittlerweile tonnenweise Unrat abtransportiert. Unterstützt von Landwirten sollen Entsorgungsfirmen ihn auf Deponien bringen, wie die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) mitteilte. Individualverkehr ist bis einschließlich Montag weitgehend untersagt, damit die Müllfahrzeuge freie Fahrt haben.

Der Abtransport soll auch über die A61 laufen. Dort müssen Autofahrer mit Verkehrsbeeinträchtigungen rechnen. Freiwillige Helfer durften mittlerweile wieder in das Krisengebiet. Sie sollten die Shuttlebusse einer privaten Initiative für die Anfahrt nutzen. "Jeder Helfer ist nicht nur erwünscht, sondern wird auch dringend gebraucht", erklärte die Leiterin des Katastrophenschutzstabs, Begoña Hermann.

Heftige Regenfälle in anderen Teilen Deutschlands

Unwetter gab es dafür in anderen Teilen Deutschlands: Im Saarland sowie im Süden und Südwesten Deutschlands zogen teils heftige Gewitter und Regenschauer auf. In Stuttgart waren Teilen der Innenstadt überschwemmt, in mehreren Gemeinden im Kreis Heilbronn knickten Bäume um. Im Kreis Ludwigsburg wurden Straßen überschwemmt und Gullydeckel hochgehoben.

In Schlehdorf im oberbayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen fielen laut DWD um 18.00 Uhr etwa 43 Liter auf den Quadratmeter. Heftig sei der Regen auch in Irschenberg im oberbayerischen Landkreis Miesbach gewesen.

Die Unwetter trafen dieses Mal auch Berlin und Brandenburg, dort gingen am frühen Abend heftige Gewitter nieder. Die Berliner Feuerwehr teilte auf Twitter mit, sie befinde sich im "Ausnahmezustand Wetter". Einsätze würden priorisiert abgearbeitet, es könne beim Notruf 112 zu Wartezeiten kommen. Am Flughafen Berlin (BER) im brandenburgischen Schönefeld kam es am Abend zu zahlreichen Verspätungen, die Abflüge stauten sich.

Unwetter in Berlin | dpa

In Berlin gingen heftige Regenfälle nieder. Bild: dpa

Der DWD hatte auch für Brandenburg gewarnt, für die nordlichen Landkreise sowie das Havelland, Märkisch-Oderland, Potsdam, Teltow-Fläming, Dahme-Spreewald und Elbe-Elster.

Weitere Gewitter und Starkregenfälle zu erwarten

Der DWD rechnet in der neuen Woche erneut mit Gewittern und starkem Regen. "Überregional besteht aber keine Unwetter- oder Hochwasserlage", sagte Meteorologin Jaqueline Kernn. Örtlich könne der Regen jedoch ausreichen, um Keller zu überfluten. Für die vom Hochwasser verwüsteten Gebiete sei ohnehin "jeder Eimer Wasser auf den Quadratmeter zu viel." Das wechselhafte Wetter wird von Tief Dirk bestimmt. Es bringt feucht-warme Luft aus Südwesten nach Deutschland.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. Juli 2021 um 18:00 Uhr.