Ein Mann geht durch das Hochwasser der Mosel  in Bernkastel-Kues. | dpa

Dauerregen und Überflutungen Unwetter in Süd- und Südwestdeutschland

Stand: 04.02.2020 09:12 Uhr

Orkanartige Böen, Dauerregen, überschwemmte Straßen, umgestürzte Bäume: In Süd- und Südwestdeutschland haben Unwetter für zahlreiche Einsätze der Feuerwehr gesorgt. Bei Trier wurde ein Ortskern überschwemmt.

Im Süden und Südwesten Deutschlands haben teils orkanartige Böen und teils ergiebiger Dauerregen für zahlreiche Einsätze von Polizei und Feuerwehr gesorgt. In der Gemeinde Aach bei Trier wurde der Ortskern in der Nacht von einem Bach überschwemmt. Das teilte ein Sprecher der technischen Einsatzleitung des Landkreises mit.

Feuerwehr befreit eingeschlossene Menschen

Südlich von Trier in Konz wurden Teile eines Hauses überflutet. Dabei wurden mehrere Menschen eingeschlossen, die Feuerwehr befreite sie. Im ganzen rheinland-pfälzischen Landkreis Trier-Saarburg sperrten Einsatzkräfte überschwemmte Bundes- und Landesstraßen, zudem lief Wasser in mehrere Gebäude.

Pegelstand der Mosel steigt kräftig

Nach den kräftigen Regenfällen steigen auch die Wasserstände an der Mosel kräftig an: In Trier erreichte er am Mittag 8,85 Meter und sollte sich noch etwas weiter erhöhen, bevor mit sinkenden Wasserständen gerechnet wurde.

Laut Stadtverwaltung gilt die Lage erst ab einem Pegelstand von 10,50 Metern als kritisch. Der normale Pegelstand liegt bei etwa 3,25 Metern.

In Koblenz begann die Feuerwehr angesichts der steigenden Pegelstände mit dem Aufbau einer mobilen Hochwasserwand. Am Vormittag hatte der Pegelstand in Koblenz 4,40 Meter überschritten. "Der Normalwert liegt bei 2,30 bis 2,50 Metern", sagte eine Feuerwehrsprecherin.

Einsatzkräfte bauen eine mobile Hochwasserwand zum Schutz vor den Wassermassen. | dpa

Einsatzkräfte bauen eine mobile Hochwasserwand zum Schutz vor den Wassermassen. Bild: dpa

Moselabwärts ist die Situation "kritisch"

"Das Hochwasser steigt weiter, es wird noch kritisch werden", sagte ein Sprecher der Polizei der Stadt Bernkastel-Kues, das rund 50 Kilometer moselabwärts von Trier liegt. Nach und nach würden Straßen gesperrt werden.

Der Polizeisprecher ging davon aus, dass von dem Hochwasser Hunderte Keller betroffen sein würden. "Die Anwohner sind aber darauf eingestellt." Die Lage sei überschaubar.

In Saarbrücken im Saarland sperrte die Polizei am frühen Morgen die Stadtautobahn.

Leitplanken der Autobahn A620, die durch die Innenstadt von Saarbrücken führt, ragen aus dem Hochwasser | dpa

Bild: dpa

S-Bahn in München teilweise gesperrt

Orkanartige Böen und teils ergiebiger Dauerregen sorgten auch in Bayern für Probleme. Wegen des Sturms wurde der Münchener S-Bahn-Verkehr der Linien S1 und S2 am Morgen teilweise gesperrt. Bäume seien umgeknickt und in die Oberleitungen gefallen, erklärte ein Sprecher der Deutschen Bahn.

Auch in Österreich richtete der Sturm schwere Schäden an. Bei rund 11.000 Kunden der Netz Oberösterreich GmbH fiel der Strom aus, wie ein Firmensprecher mitteilte. Besonders betroffen waren Haushalte und Betriebe im Bezirk Schärding nahe der Grenze zu Deutschland.

Umgestürzte Bäume in Baden-Württemberg

Aus zahlreichen Regionen in Baden-Württemberg wurden umgestürzte Bäume gemeldet. Im Landkreis Sigmaringen fiel ein Baum auf ein Wohnhaus, durchschlug das Dach und beschädigte drei Autos. Der Schaden beträgt laut Polizei etwa 60.000 Euro. In der Region Freiburg hatte der Wind Ziegel von zwei Häusern abgedeckt.

Auch die Polizei in Karlsruhe berichtete von umgestürzten Bäumen, vereinzelt waren kleinere Straßen überschwemmt und Keller überflutet. In Stuttgart fiel ein Baum auf ein Auto.

Ein Autofahrer in Deggenhausertal bei Ravensburg übersah einen auf der Straße liegenden Baum und prallte dagegen. Dabei wurde der Mann leicht verletzt.

Feuerwehrkräfte entfernen einen Baum, der nach einem Sturm auf einen PKW gefallen ist | dpa

In Stuttgart fiel ein Baum auf ein Auto - verletzt wurde niemand. Bild: dpa

Bis Mittag rechnete der Deutsche Wetterdienst (DWD) in der Region teils mit ergiebigem Dauerregen. Im Schwarzwald sollen dann innerhalb von 72 Stunden Mengen um die 120 Liter pro Quadratmeter, in Staulagen um 150 Liter gefallen sein. 

Zudem warnte der DWD für den ganzen Tag vor starken bis stürmischen Böen mit Geschwindigkeiten zwischen 50 und 70 Kilometern pro Stunde.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 04. Februar 2020 um 10:00 Uhr.