Winter in Niedersachsen | Bildquelle: dpa

Kältewelle Europa bibbert

Stand: 26.02.2018 16:28 Uhr

Schnee, arktischer Wind und Eis: Der Winter hat Europa fest im Griff. Auf der Zugspitze wurden Minus-Rekordwerte gemessen. In Polen starben bei eisigen Temperaturen mindestens acht Menschen.

Für die letzte Februarwoche erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) klirrende Kälte in Mitteleuropa. In Deutschland fielen die Temperaturen in der Nacht teils auf bis zu minus 15 Grad. In Deutschneudorf im Erzgebirge zeigt das Thermometer sogar rund minus 20 Grad an. Die Zugspitze meldete minus 27 Grad - dies sei für den höchsten Gipfel in Deutschland der bisherige Minus-Rekord in diesem Winter.

Viele Unfälle in Norddeutschland

Rund um Lübeck verursachten Schneefall und Eisglätte innerhalb weniger Stunden rund 100 Verkehrsunfälle. Verletzt wurde dabei laut Polizei aber niemand. In Mecklenburg-Vorpommern sorgten Schneeverwehungen für mehrere Unfälle. In Hamburg behinderten 75 Unfälle sowie ausgefallene und verspätete S-Bahnen den morgendlichen Berufsverkehr. In Bremen fielen seit Sonntagabend zehn Flüge aus.

Wegen drohenden Eisgangs wurde die Oder für die Schifffahrt gesperrt. Nach ersten Abschnitten am Wochenende sei die Wasserstraße nun komplett dicht, sagte eine Sprecherin des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA).

Kältetote in Polen

Auch in Polen sanken die Temperaturen am Wochenende zum Teil auf bis zu minus 20 Grad, mindestens acht Menschen starben. Das teilte das Sicherheitszentrum der Regierung mit. Damit stieg die Zahl der Kältetoten seit November auf insgesamt 48. Der Frost werde anhalten, warnten die Behörden und riefen die Bevölkerung auf, vor allem Obdachlosen und älteren Menschen zu helfen.

Schneefrei in Rom

Schnee in Rom | Bildquelle: dpa
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Schneeballschlacht auf dem Petersplatz im Vatikan.

In Rom hat Schneefall das öffentliche Leben lahmgelegt. Die italienische Hauptstadt zeigte sich am Morgen mit einer Schneedecke überzogen. Im Zentrum seien zwischen fünf und zehn Zentimeter gefallen, teilte der Wetterdienst "3bmeteo" mit. Alle Schulen und Kindergärten blieben geschlossen. Die Millionen-Stadt rief ihre Bewohner auf, sich möglichst wenig fortzubewegen.

Die Bürger vertrieben sich die Zeit stattdessen anderweitig: Vor dem Petersdom warfen Priester Schneebälle. Ganz Italien ist derzeit von einer ungewöhnlichen Kältewelle erfasst. In der Apennin-Bergregion sollte es nachts bis zu minus 20 Grad kalt werden. Der Zivilschutz kam zu einer Sondersitzung zusammen.

Schneefall und Eisglätte in weiten Teilen Europas
tagesschau 20:00 Uhr, 26.02.2018

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Wetterkapriolen in Griechenland

In Griechenland meldet die Hafenstadt Thessaloniki leichten Schneefall. Zahlreiche Flüge in die beliebte Urlaubsregion waren bereits am Vortag ausgefallen. Viele Straßen in der nordgriechischen Provinz Mazedonien waren nur mit Schneeketten befahrbar, wie das griechische Staatsradio (ERT) berichtete. Der Unterricht fiel in zahlreichen Provinzen im Norden Griechenlands aus. Im Süden des Landes zeigten die Thermometer dagegen frühlingshafte Temperaturen um die 15 bis 16 Grad Celsius, wie das Wetteramt mitteilte. Auf Kreta wurden noch höhere Werte erwartet.

In Großbritannien erwartet der britische Wetterdienst die kälteste Woche seit Jahren. Britische Medien gaben der Kältewelle den Namen "Beast of the East" (Biest des Ostens). In Frankreich ist das Wetterphänomen unter dem Namen "Moskau-Paris" bekannt - weil die eisige Luft aus Russland nach Westeuropa kommt.

Lebensgefahr für Obdachlose

Europaweit bereitet vor allem die Lebensgefahr für Obdachlose durch die klirrende Kälte Sorgen. In Teilen Brüssels werden Obdachlose nachts zwangsweise ins Warme gebracht. In Berlin wurden nach Angaben von Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) 100 zusätzliche Notfallschlafplätze geschaffen. In Baden-Württemberg appellierte Sozialminister Manne Lucha (Grüne) an die Bürger, noch aufmerksamer auf obdachlose Menschen zu achten. Auch in Nordrhein-Westfalen stockten viele Kommunen ihr Angebot an Notunterkünften auf.

Der strenge Frost bleibt

In Deutschland soll es auch in den kommenden Tagen eisig bleiben. Während im Norden Minustemperaturen im einstelligen Bereich erwartet werden, wird es laut Prognosen in der Mitte und im Süden bis zu minus 16 Grad kalt - in Gebirgsregionen sogar bis minus 20 Grad. Die gefühlten Temperaturen liegen mitunter weit unter den gemessenen.

Gaskonzern profitiert

Dem russischen Gaskonzern Gazprom verhilft die Kältewelle in Europa zu einer Serie von Exportrekorden. Am Samstag sei mit 655,2 Millionen Kubikmetern Erdgas für Westeuropa den vierten Tag in Folge eine neue Höchstmarke erreicht worden. Das teilte der weltgrößte Gasproduzent mit. Der Rekord an einem Samstag sei bemerkenswert, weil der Verbrauch an arbeitsfreien Tagen sonst zurückgehe.

Schnee und Eis | Bildquelle: dpa
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Auch in den kommenden Tagen wird für viele der Tag mit Eiskratzen beginnen.

Mit Informationen von Malte Pieper, ARD-Studio Brüssel

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 26. Februar 2018 um 10:00 Uhr.

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