Zwei Starlink-Satelliten sind als Lichtstreifen am Nachthimmel zu sehen | Bildquelle: dpa

Operationszentrum der Bundeswehr Wächter des Weltraums

Stand: 21.09.2020 16:47 Uhr

Sie steuern die Navigation, sie überwachen Einsatzgebiete: Tausende Satelliten befinden sich im Weltall. Ein Weltraumoperationszentrum der Bundeswehr soll sie künftig besser schützen.

Von Christian Feld, ARD-Hauptstadtstudio

Natürlich gibt es auch einen symbolischen Knopfdruck. In diesem Fall ist es ein grüner Knopf, der ein wenig an eine Spielshow erinnert. Nachdem Ingo Gerhartz, der Inspekteur der Luftwaffe, ihn gedrückt hat, wird an die Wand eine weitere Tafel projiziert. Sie zeigt Informationen über den Wiedereintritt eines Starlink-Satelliten der Firma SpaceX von Elon Musk.

Daneben sieht man 400 kleine weiße Symbole, die sich langsam über eine Deutschlandkarte bewegen. Jedes steht für ein erfasstes Flugzeug im deutschen Luftraum. Luftraum und Weltraum - beides wird hier bei der Luftwaffe in der Luftverteidigungsanlage auf dem Paulsberg bei Uedem (Nordrhein-Westfalen) schon länger intensiv beobachtet. Jetzt sollen die beiden Bereiche im "Air and Space Operations Center" (ASOC) noch enger gebündelt werden.

Eröffnung des neuen Weltraumoperationszentrums der Luftwaffe
tagesschau 17:00 Uhr, 21.09.2020

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Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, die zur Indienststellung angereist ist, spricht von einem weiteren Schritt, "etwas zusammen zu denken und zu organisieren, was zusammengehört, nämlich Luftraum und Weltraum." Man wolle Kompetenzen zusammenbringen, "die in gegenseitiger Abhängigkeit immer wichtiger werden". Die Bundeswehr will so ihren Beitrag für mehr Sicherheit im Weltraum leisten. Satelliten sollen besser vor Störungen und Angriffen geschützt werden.

Mehr Sicherheit im Weltraum

Es ist eine Aufgabe, die immer wichtiger, aber auch immer anspruchsvoller wird. Satelliten gelten längst als kritische Infrastruktur, werden für militärische wie zivile Zwecke gebraucht: Navigation, Kommunikation, Überwachung von Einsatzgebieten.

Zwar kündet der Vorspann der Serie "Star Trek" von unendlichen Weiten, im erdnahen Orbit wird es jedoch immer voller. Die Bundeswehr verfügt über 16 militärische Satelliten.

Fachleute gehen von zurzeit insgesamt etwa 2000 Satelliten aus. Die Zahl könnte sich schon im kommenden Jahr verdoppelt haben. Anfang September übertrug SpaceX im Livestream, wie eine Falcon-Rakete zum wiederholten Mal ein Bündel von Starlink-Satelliten auf ihre Position brachte. Das System soll auch entlegene Orte auf der Erde mit schnellem Internet versorgen.

Satelliten als Weltraumschrott

Projekte wie Starlink vergrößern aber auch ein bereits bestehendes Problem. Nach einigen Jahren sind diese Satelliten Weltraumschrott. Davon gibt es bereits jetzt Hunderttausende Teile. Die mögen teilweise nur wenige Zentimeter groß sein, können aber durch einen Aufprall mit hoher Geschwindigkeit problemlos andere Satelliten zerstören. Und dann gilt es noch Flugkörper im Blick zu haben, die beim Eintritt in die Erdatmosphäre nicht verglühen und so zur Gefahr werden können.

Die neue Operationszentrale der Bundeswehr kümmert sich folglich um sehr zentrale Fragen: Was passiert gerade dort oben? Müssen wir reagieren?

Das Zentrum bindet bestehende Fähigkeiten ein. Das Radarsystem GESTRA (German Experimental Space Surveillance and Tracking Radar) verfolgt die Bahnen von Weltraumkörpern. Es wurde im Auftrag des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) durch das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik (FHR) entwickelt. Um dann Objekte näher unter die Lupe zu nehmen, wird das Weltraumbeobachtungsradar TIRA eingesetzt.

Investitionen von 200 Millionen Euro

Was aber tun, wenn sich eine Kollision - aus Versehen oder in böser Absicht - im All anbahnt? Satelliten-Betreiber können reagieren, indem sie versuchen, die Flugbahn entsprechend zu ändern. Einige Staaten wie die USA, Indien oder Frankreich, machen keinen Hehl daraus, dass für sie auch der Abschuss von Satelliten eine Option ist. Die Luftwaffe vertritt hier aktuell eine klare Position. Angesprochen, ob die Bundeswehr neue Weltraumwaffen brauche, sagt der Inspekteur der Luftwaffe: "Es geht hier nicht um Weltraumwaffen, sondern es geht darum, das zu schützen, was wir im Weltraum haben."

Die Verteidigungsministerin fordert rechtliche Regeln durch internationale Verträge. Der Weltraum dürfe "auf Sicht hin kein ungeregelter Raum" bleiben. Schrittweise soll das neue Operationszentrum in Uedem jetzt ausgebaut werden. Es startet mit 50 Experten. Das Personal soll sich aber verdreifachen. Investitionen von 200 Millionen Euro sind geplant.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. September 2020 um 17:00 Uhr.

Korrespondent

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Christian Feld, WDR

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