Hunger Jemen | Bildquelle: dpa

Welthungerhilfe Kriege und Klimawandel verschärfen die Not

Stand: 26.06.2019 13:59 Uhr

Infolge von Kriegen und Klimwandel leiden zunehmend mehr Menschen Hunger oder verlassen ihre Heimat. Verursacht wird die Lage nach Einschätzung der Welthungerhilfe von den reichen Industriestaaten.

Die Welthungerhilfe warnt, dass steigende Temperaturen Ernten zerstört und Fischbestände sinken lassen. Die Präsidentin der Welthungerhilfe, Marlehn Thieme, sagte bei der Vorstellung des Jahresberichts: "Dürren, Überschwemmungen und Stürme vernichten Felder und Vieh und verschärfen den Hunger."

Die Zahl der Hungernden sei weltweit auf 821 Millionen Menschen gestiegen. Die Nothilfe wird laut der Organisation wegen der Gewalt und der schlechten Sicherheitslage zunehmend schwieriger.

Der Süden zahlt den Preis für den Norden

Damit zahlten die Ärmsten des Südens die Hauptlast für ein Problem, das vor allem die reichen Länder des Nordens verursacht hätten, so Thieme.

Sie bezeichnete die Bekämpfung des Klimawandels als Frage der Gerechtigkeit. Es gebe genügend Ressourcen, um alle Menschen ausreichend zu ernähren.

Ein Junge sitzt vor einer Hütte im improvisierten Camp in Abs, Jemen | Bildquelle: REUTERS
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Im Südsudan sind bis zu sieben Millionen Menschen vom Hunger bedroht.

Lage der Kinder weiter schlecht

Die sechs größten internationalen Kinderhilfsorganisationen beklagen außerdem die Lage der Kinder weltweit. Es fehlten Nahrungsmittel, Medikamente und Schulen. Sie fordern die Regierungen in aller Welt auf, sich deutlich mehr als bislang für Kinder einzusetzen.

Laut der Organisation "Globaler Aufbruch für Kinderrechte" sterben jedes Jahr mehr als fünf Millionen Kinder an vermeidbaren Krankheiten, 64 Millionen Kinder besuchten "nicht einmal die Grundschule". 150 Millionen Mädchen und Jungen trügen schwere gesundheitliche Schäden davon, weil sie hungerten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 26. Juni 2019 um 13:00 Uhr.

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