Das Friedenslicht wird im Kölner Dom weitergereicht. | dpa

Ökumenische Weihnachtsbotschaft Kirchen rufen zu Zusammenhalt auf

Stand: 24.12.2020 16:36 Uhr

Die Coronakrise beeinflusst auch die Weihnachtsbotschaft der Kirchen. EKD-Ratsvorsitzende Bedford-Strohm und Kardinal Marx versuchten Mut zu machen - und zugleich einen Zusammenhalt mit Vorsicht und Vernunft anzumahnen.

Das Thema des gesellschaftlichen Zusammenhalts in Zeiten der Corona-Pandemie hat sich auch in der gemeinsamen Weihnachtsbotschaft der evangelischen und katholischen Kirche widergespiegelt. In einem ökumenischen Gottesdienst in München haben der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, und Kardinal Reinhard Marx dazu aufgerufen, gerade in dieser Krisenzeit füreinander da zu sein.

Es sei eine Zeit voller Unsicherheit. Doch "mitten in der Müdigkeit, mitten in den Fragen, den Ängsten, der Einsamkeit, der Leere" - mittendrin sei Weihnachten geworden, sagte Bedford-Strohm:

Mittendrin wird Gott Mensch. Mitten in all unserem Chaos sprechen die Engel: Fürchtet Euch nicht!

Nähe durch Anrufe oder Briefe

Die Menschen sollten die Liebe Gottes in der Corona-Krise in die Gesellschaft weitertragen, forderte Marx. Und es sei wichtig, dies gemeinsam zu tun, fügte Bedford-Strohm hinzu - indem die Menschen aufeinander achten, Einsame anrufen oder ihnen handgeschriebene Briefe schicken sollten.

Indem wir physische Kontakte reduzieren und, wo es geht, digital zusammenkommen. Indem wir Lichter anzünden, die uns und andere trösten.

"Wir werden mit Gottes Hilfe durch diese schwere Zeit durchkommen", betonte der EKD-Vorsitzende.

Gerade jetzt sei es wichtig, aufzuzeigen, "alle Menschen miteinander verbunden sind und dass wir füreinander Verantwortung tragen", sagte Marx weiter.

Marx verteidigt Präsenzgottesdienst

Der Weihnachtsgottesdienst fand in der Jugendkirche "Vom guten Hirten" in München-Haidhausen statt und wurde zudem im Internet übertragen. Die Teilnehmerzahl während der Liturgie war wegen den Corona-Auflagen begrenzt. Zum Abschluss sprachen die beiden Bischöfe gemeinsam an einem Feuer auf dem Vorplatz der Kirche feierlich den Segen für die Stadt und das Land.

Im Interview mit dem "Münchner Merker" hatte Marx die Entscheidung für Präsenzgottesdienste trotz hoher Corona-Infektionszahlen verteidigt. "Wir sind in einer anderen Situation als an Ostern, als wir nichts wussten über die Krankheit und auch noch keine überzeugenden Hygienekonzepte hatten", sagte er. Zudem dürfe man nicht unterschätzen, dass die Gottesdienste "eine Quelle der Hoffnung und des Trostes ist für viele Menschen" seien.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 24. Dezember 2020 um 16:56 Uhr.