Der EVP-Spitzenkandidat und CSU-Politiker Manfred Weber | Bildquelle: dpa

Seehofer-Nachfolge Weber sagt für CSU-Vorsitz ab

Stand: 17.11.2018 18:50 Uhr

Der Europapolitiker Weber will nicht neuer CSU-Chef werden. Das teilte er bei Facebook mit. Mit dieser Entscheidung sorgt er dafür, dass sich die Blicke mehr denn je auf den bayerischen Ministerpräsidenten Söder richten.

Mit der Absage des Europapolitikers Manfred Weber für eine Kandidatur um den CSU-Vorsitz läuft in der Parteichef-Frage nun alles auf den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder hinaus. Weber, der bislang als letzter denkbarer Kontrahent Söders galt, erklärte heute seinen Verzicht.

Er stehe wegen seiner Spitzenkandidatur bei den europäischen Konservativen (EVP) für die Europawahl "im Moment nicht als Parteivorsitzender zur Verfügung", schrieb er bei Facebook.

Druck auf Söder

Söder allerdings hat bislang nicht erklärt, ob er sich beim Sonderparteitag am 19. Januar für die Nachfolge des abtretenden Parteichefs Horst Seehofer bewerben will. Klar ist: Der Druck auf Söder ist nun hoch.

"Ich möchte die CSU und EVP in die Europawahlen führen und EU-Kommissionspräsident werden", begründete Weber seine Entscheidung bei Facebook weiter. "Dies ist sowohl für einen deutschen Politiker wie auch für die CSU eine ziemlich einmalige Chance."

Gute Chancen auf das Amt des Kommissionschefs

Weber, der momentan EVP-Fraktionschef im Europaparlament ist, war vergangene Woche zum Spitzenkandidaten der europäischen Konservativen gekürt worden. Sollte die EVP wieder stärkste Fraktion werden, hat Weber gute Chancen auf das Amt des EU-Kommissionspräsidenten.

Offizielle Kandidaturen für den CSU-Vorsitz und damit die Nachfolge von Seehofer gibt es weiter nicht. Fast alle CSU-Bezirksverbände, viele Minister, CSU-Bundespolitiker und prominente Persönlichkeiten forderten zuletzt aber den Franken Söder auf, den Chefposten auf dem Sonderparteitag zu übernehmen.

Seehofer hatte gestern schriftlich mitgeteilt, dass er sein Amt als Parteichef aufgeben werde. "Das Jahr 2019 soll das Jahr der Erneuerung der CSU sein", schrieb er in der Erklärung. Offen ist aber noch, wie lange Seehofer Bundesinnenminister bleiben will.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 17. November 2018 um 17:31 Uhr.

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