Absterbende Sitkafichten stehen im Revier Steinfelder Holz des Forstamtes Billenhagen bei Rostock, die Trockenheit der letzten Jahre haben sie nicht überstehen können. | picture alliance/dpa

Klimawandel Viel Schadholz durch Insektenbefall

Stand: 04.08.2021 12:27 Uhr

Wegen andauernder Trockenheit breiten sich Schädlinge wie der Borkenkäfer in den deutschen Wäldern weiter aus. Drei Viertel des geschlagenen Holzes stammte im vergangenen Jahr von geschädigten Bäumen - ein neuer Höchstwert.

Wegen der Trockenheit der vergangenen Jahre ist in den Wäldern hierzulande deutlich mehr Schadholz angefallen. Mit 60,1 Millionen Kubikmetern war die Menge im vergangenen Jahr fast fünf Mal so groß wie im Jahr 2015, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Damals waren es 12,9 Millionen Kubikmeter.

Der Grund für den Anstieg sei vor allem Insektenbefall, der durch anhaltende Trockenheit begünstigt werde, so das Bundesamt. Schädlinge wie der Borkenkäfer breiteten sich in geschwächten Bäumen besonders schnell aus, was gravierende Folgen für den Waldbestand habe. 72 Prozent oder knapp 43,3 Millionen Kubikmeter Schadholz aus dem vergangenen Jahr seien auf Insektenschäden zurückzuführen - fast 13 Mal so viel wie noch fünf Jahre zuvor.

Ein Drittel der Bäume mit Kronenverlichtung

Während 2015 vor allem Stürme - wie etwa der Orkan "Niklas" im März des Jahres - die Hauptursache für den Einschlag des Schadholzes gewesen seien, gingen 2020 nur noch 17 Prozent der Schäden darauf zurück.

Laut Waldzustandserhebung der Bundesregierung sei der Anteil an Bäumen mit deutlicher Kronenverlichtung 2020 auf 37 Prozent gestiegen, teilte das Bundesamt weiter mit. Das sei der höchste Wert seit Beginn der Erhebungen 1984. Verlichtete Kronen - also Bäume, die Nadeln oder Blätter verloren haben - seien ein nach außen sichtbares Zeichen für Waldschäden. Nur noch ein Fünftel der Bäume hatte demnach im Jahr 2020 gar keine verlichtete Krone.

Vor allem Nadelbäume betroffen

Insbesondere Nadelbäume litten unter dem Borkenkäferbefall: 99 Prozent des durch Insektenbefall verursachten Schadholzeinschlags betraf Nadelbäume wie etwa Fichten, Tannen oder Kiefern. Der Anteil des Schadholzes am gesamten Holzeinschlag stieg den Angaben zufolge auf den Rekordwert von drei Viertel (75 Prozent). Die Gesamtmenge betrug 80,4 Millionen Kubikmeter. Im Jahr 2015 lag der Anteil des Schadholzes am Gesamtholzeinschlag von 55,6 Millionen Kubikmetern bei 23 Prozent.

Unter Schadholz versteht man Holz, das durch Bruch, Sturmschäden oder Belastungen wie Insektenbefall für den Holzmarkt wenig attraktiv ist.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. Februar 2021 um 14:00 Uhr.