Ursula von der Leyen | picture alliance/dpa/Pool AFP/AP

Gas und Öl aus Russland Von der Leyen ruft zum Energiesparen auf

Stand: 09.03.2022 10:55 Uhr

EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen ist optimistisch: Die EU könne ihre Energieabhängigkeit von Russland schneller reduzieren als gedacht. In diesem Winter würde das Gas ausreichen. Gleichzeitig ruft sie zum Energiesparen auf.

Aufgrund der schweren Spannungen mit Russland will die EU so schnell wie möglich unabhängig von russischem Gas werden. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen meint, die EU könne ihre Energieabhängigkeit schneller verringern als bisher angenommen. Zunächst hätten die EU-Staaten bereits so viel LNG-Gas eingekauft, dass man in diesem Winter ohne russisches Gas auskommen könne, sagte von der Leyen im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF.

Energiesparen und Erneuerbare Energien

Aber: Von der Leyen fordert die Bürger auch zum Energiesparen auf, um Europa schneller von Gas, Öl und Kohle aus Russland unabhängig zu machen. Dazu könne jeder beitragen, sagte die CDU-Politikerin. Hinzu kämen Energiesparprogramme für die Wirtschaft sowie neue Lieferwege und der Ausbau erneuerbarer Energien. Wenn man alles kombiniere, "dann können wir sehr viel schneller unabhängig werden von russischem Gas", zeigt sich von der Leyen zuversichtlich.

"Maximale Wirkung bei Putin - kein Schaden bei uns"

Außerdem verteidigte von der Leyen die Linie der Europäischen Union, trotz des Krieges in der Ukraine zunächst weiter Energie aus Russland zu importieren - während die USA einen Importstopp für russisches Öl verhängt haben.

Die Sanktionen gegen Moskau seien unter den westlichen Verbündeten abgestimmt, sagte die Kommissionschefin. Die USA könnten leichter auf Öllieferungen verzichten als die EU. "Wir müssen immer im Blick behalten, dass Ölpreise nicht zu sehr eskalieren, nicht zu sehr ansteigen, denn das wiederum würde uns schwächen", sagte sie. Es gehe darum, das fein auszutarieren, um "maximale Wirkung bei Präsident Putin zu erreichen, aber bei uns keinen Schaden anzurichten".

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 09. März 2022 um 09:26 Uhr.