Joseph Vilsmaier | Bildquelle: imago/Lindenthaler

Trauer um Regisseur Joseph Vilsmaier gestorben

Stand: 12.02.2020 15:00 Uhr

Der Regisseur Joseph Vilsmaier ist tot. Er starb gestern im Alter von 81 Jahren. Sein Film "Schlafes Bruder" wurde für den Golden Globe nominiert, viele Preise bekam "Comedian Harmonists".

Joseph Vilsmaier ist gestern im Alter von 81 Jahren gestorben, wie eine PR-Agentur im Auftrag der Familie der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

Zum Beruf des Regisseurs war Vilsmaier über Umwege gekommen. Nach seiner Kindheit und Jugend in Niederbayern und München studierte er neun Jahre lang Musik, Schwerpunkt Klavier. Er arbeitete als Techniker und musizierte in einer Jazzband. 1961 kam er zum Film, erst als Materialassistent, später als Kameramann.

Regisseur Joseph Vilsmaier im Alter von 81 Jahren gestorben
tagesschau 16:00 Uhr, 12.02.2020, Mirjam Kottmann, BR

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"Herbstmilch" und "Schlafes Bruder"

Erst mit fast 50 Jahren hatte sich Vilsmaier als Regisseur erprobt: 1988 inszenierte er "Herbstmilch", einen eindrucksvollen Kinofilm über das harte Leben der niederbayerischen Bäuerin Anna Wimschneider.

Herbstmilch | Bildquelle: imago/Prod.DB
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In "Herbstmilch", das auf den Lebenserinnerungen der Bäuerin Anna Wimschneider basierte, spielte Dana Vavrova (gest. 2009) die Hauptrolle.

Mit der Literaturverfilmung "Schlafes Bruder" sorgte er international für Aufsehen und ging 1996 sogar ins Rennen um den Golden Globe. Nicht minder erfolgreich und mit vielen Preisen überhäuft war auch der Streifen "Comedian Harmonists" über das weltberühmte Vokalensemble aus Berlin.

"Bayer mit Leib und Seele"

Seine letzte Regiearbeit konnte er noch verwirklichen. Es war der Kinofilm "Der Boandlkramer und die ewige Liebe" mit Michael "Bully" Herbig und Hape Kerkeling, der im November 2020 in die Kinos kommen soll.

Vilsmaier hatte seine eigene Filmproduktion in Grünwald, die Perathon Medien GmbH.

Vilsmaier mit Hape Kerkeling und Bully Herbig bei den Dreharbeiten zu "Der Boandlkramer und die ewige Liebe" im Oktober 2019 | Bildquelle: dpa
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Vilsmaier mit Hape Kerkeling und Bully Herbig bei den Dreharbeiten zu "Der Boandlkramer und die ewige Liebe" im Oktober 2019

Herbig schrieb bei Instagram neben einem Foto, das ihn mit Vilsmaier zeigt: "Joseph, mein lieber Freund, ich werde Dich so sehr vermissen! Dein mitreißendes Lachen, Dein herrliches Schimpfen, Deine einzigartigen Geschichten, Deine schier endlose Energie, Deine Spitzbübigkeit, Dein großes Herz, einfach Alles! Dieser Abschied tut unglaublich weh, Dein Bully."

In der Branche nannten alle den humorvollen und manchmal auch grantelnden "Bayern mit Leib und Seele" liebevoll "Sepp".

Vilsmaier hinterlässt die drei erwachsenen Töchter Theresa, Janina und Josefina - wie ihre Eltern sind sie auch im Filmgeschäft aktiv. Seine Ehefrau Dana Vávrová war bereits 2009 gestorben.

In einer früheren Version der Meldung hieß es, Vilsmaiers "Schlafes Bruder" sei für einen Oscar nominiert gewesen. Das ist falsch, es handelte sich um eine Nominierung für den Golden Globe. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

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