Eine Boeing P-8A Poseidon ist am Himmel über Yamato (Japan ) zu sehen. | imago images/ZUMA Wire

Bundeswehr Berlin bestellt fünf Boeing-Seefernaufklärer

Stand: 01.07.2021 10:42 Uhr

Die deutsche Marine soll fünf neue Seeüberwachungsflugzeuge des Typs Boeing P-8A Poseidon bekommen. Die Kosten liegen laut Verteidigungsministerium bei rund 1,1 Milliarden Euro. Ministerin Kramp-Karrenbauer rechnet mit einer schnellen Lieferung.

Deutschland hat in den USA fünf Seeüberwachungsflugzeuge des Typs Boeing P-8A Poseidon bestellt. "Die Anschaffung mit einem Volumen von rund 1,1 Milliarden Euro dient dem dringenden und notwendigen Erhalt der Fähigkeit zur weiträumigen Seeaufklärung und der luftgestützten U-Boot-Verfolgung", erklärte das Bundesverteidigungsministerium. Nach der Zustimmung des parlamentarischen Haushaltsausschusses werde der Vertrag nun unterzeichnet.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer sagte, sie sei optimistisch, dass Boeing das Flugzeug trotz der Herausforderungen bei anderen Verteidigungsprogrammen schnell ausliefern könne, zumal es sich bei der P-8A nicht um eine Neuentwicklung handele. "Es ist etwas, das wir von der Stange kaufen", sagte sie zu Reportern in Washington. "Wir sind ganz optimistisch, dass wir die Bestellung relativ schnell abschließen können."

Ersatz für Orion-Flugzeuge

Wie die Bundeswehr auf ihrer Website erläutert, umfasst der Vertrag nach Angaben des Verteidigungsministeriums neben den fünf Flugzeugen auch Zusatzleistungen - wie etwa die Ausstattung für Kommunikation und einen Erstbedarf an Ersatzteilen, Prüfgeräten und Sonderwerkzeugen.

Am Projekt beteiligt sind auch deutsche Zulieferer, wie aus einer Pressemitteilung von Boeing hervorgeht. In Zusammenarbeit mit diesen würde die Firma der Bundeswehr beziehungsweise der Marine technische Unterstützung, Ausbildung und Wartung anbieten.

Laut Boeing wird Deutschland damit zum achten Kunden dieses Modells - neben den USA, Australien, Indien, Großbritannien, Norwegen, Südkorea und Neuseeland. Mittlerweile seien mehr als 130 Poseidon weltweit im Betrieb, mit zusammen bereits über 300.000 Flugstunden.

Die Poseidon-Flugzeuge sollen die alternde deutsche Flotte von Lockheed P-3C Orion übergangsweise ersetzen. Kramp-Karrenbauer sagte, Deutschland bleibe dabei, einen längerfristigen Ersatz gemeinsam mit Frankreich im Rahmen des Maritime Airborne Warfare System-Programms (MAWS) zu entwickeln.