Ausbeute einer Müllsammelaktion am Strand von Zingst an der Ostsee | Bildquelle: picture alliance / dpa

Gift und Plastik im Filter Kippen verseuchen Ostseestrände

Stand: 29.01.2019 12:24 Uhr

Tonnen von Müll landen jährlich achtlos auf Gehwegen, an Straßenrändern und in der Natur. Großes Problem: Zigarettenkippen. An der Ostseeküste ist die Verschmutzung durch Kippen besonders groß.

Rauchen schadet nicht nur der Gesundheit, sondern belastet auch die Umwelt: Ein Drittel (35 Prozent) des unachtsam weggeworfenen Mülls in Deutschland besteht aus Zigarettenkippen. Wie aus einer Antwort des Bundesumweltministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervorgeht, besteht fast ein Zehntel (neun Prozent) des Mülls an der deutschen Ostseeküste aus weggeworfenen Zigaretten. Damit landeten Zigarettenfilter auf Platz zwei der häufigsten Müllfunde an der Ostsee.

Zigarettenstummel: Eine unterschätzte Gefahr
nachtmagazin 01:00 Uhr, 13.10.2018, Frido Essen, RB

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Mikroplastik und Nikotin im Wasser

Der Filter besteht aus Kunststoff, der sich in der Natur nur sehr langsam zersetzt und sich in Boden und Wasser und der Nahrungskette anreichert. Das Mikroplastik aus den Filtern lässt sich bereits im ewigen Eis nachweisen. Die Europäische Kommission listet Zigarettenkippen auf dem ersten Platz der Obergruppe "Kunststoffe", die die Meere verschmutzen, wie aus dem Bericht hervorgeht.

Zudem gelangen die in den Kippen enthaltenen Schadstoffe wie Nikotin ins Wasser oder werden durch Regen in Böden sowie Grund- und Oberflächenwasser gespült. Es könne nicht ausgeschlossen werden, "dass sie über diesen Pfad auch in die Nahrungskette gelangen", schreibt das Bundesumweltministerium. Beeinträchtigungen des Trinkwassers seien der Bundesregierung aber nicht bekannt.

Auch ein Zusammenhang zwischen achtlos weggeworfenen Zigaretten und Nikotinvergiftungen bei Kindern lasse sich aufgrund fehlender Daten nicht herstellen, hieß es. Zwischen 1990 und 2017 erfasste das Bundesinstitut für Risikobewertung 128 Fälle solcher Vergiftungen bei Kindern bis 13 Jahren.

Muss die Tabakindustrie die Entsorgung zahlen?

Bisher entsorgte die öffentlich-rechtliche Abfallwirtschaft die unsachgemäß weggeworfenen Zigarettenstummel, heißt es in dem Dokument. "Die Kosten werden letztlich über die Abfallgebühren auf die Allgemeinheit umgelegt." Kritik an der Finanzierung der Entsorgung kam von der Grünen-Politikerin Kirsten Kappert-Gonther. "Die Hersteller von Zigaretten müssen an den Kosten der Umweltfolgen beteiligt werden, damit die Kosten nicht auf die Allgemeinheit umgelegt werden", sagte die Bundestagsabgeordnete.

Das hatte im Dezember auch Bundesumweltministerin Svenja Schulze gefordert. In einem Interview brachte sie ins Gespräch, die Hersteller von Zigaretten an der Reinigung von Stränden oder Parks zu beteiligen. Wer Wegwerfartikel wie Zigaretten herstelle, werde künftig mehr Verantwortung für den Müll übernehmen müssen, sagte die SPD-Politikerin.

Das unachtsame Wegwerfen von Zigaretten gilt in Deutschland als Ordnungswidrigkeit. Die Kommunen können Raucher mit Bußgeldern belegen, wenn diese ihre Kippen nicht in Mülleimern entsorgen.

Über dieses Thema berichtete das Nachtmagazin am 13. Oktober 2018 um 01:00 Uhr.

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