Ein verbogenes Fahrrad liegt nach einem Zusammenstoß mit einem Auto auf einer Straße in Berlin. | Bildquelle: dpa

Statistik für 2018 445 getötete Radfahrer

Stand: 09.07.2019 17:55 Uhr

3275 Menschen starben 2018 auf Deutschlands Straßen, die meisten bei Unfällen mit Autos. Im Vergleich sticht vor allem die Zahl getöteter Radfahrer heraus: 445 Tote listet die Statistik auf - ein deutlicher Anstieg zum Jahr zuvor.

Die Zahl der Verkehrstoten ist im vergangenen Jahr stärker angestiegen als bisher bekannt. 3275 Menschen verloren bei Unfällen auf den Straßen in Deutschland ihr Leben, 95 mehr als im Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das ist nochmals ein Anstieg zu den vorläufigen Zahlen, die die Statistiker Ende Februar bekanntgegeben hatten: Bis zu dem Zeitpunkt waren dem Bundesamt 3265 Verkehrstote gemeldet worden. Es handelt sich um den ersten Anstieg der Zahlen nach zwei Jahren Rückgang.

E-Scooter verschärfen das Problem

Den endgültigen Zahlen zufolge starben mit 1424 Menschen die meisten Unfallbeteiligten in einem Auto. Im Vergleich sticht vor allem die Zahl getöteter Fahrradfahrer heraus: 2018 starben demzufolge 445 Radfahrer bei Unfällen - im Jahr zuvor waren es 382 getötete Radfahrer. Das ist ein Anstieg um 16,5 Prozent.

Und die Zahl der Unfälle beim Zweiradverkehr könnte laut Fahrradclub ADFC 2019 weiter steigen. So nehme nicht nur der Radverkehr in den Städten zu. Auch würden etwa Radwege durch die jüngst zugelassenen E-Scooter immer gefährlicher, da auch dort der Platz geringer werde. "Es ist unverantwortlich, immer mehr Fahrzeuge auf erbärmliche Radwege zu lassen, ohne die Infrastruktur dem gewachsenen Bedarf anzupassen", sagte ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork.

Mahnwache für getötete Radfahrer im Hamburg. | Bildquelle: dpa
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Mahnwache für getötete Radfahrer im Hamburg

Zuletzt hatten tödliche Abbiege-Unfälle für Schlagzeilen gesorgt. Lkw-Fahrer hatten Radler beim Rechtsabiegen übersehen, die sich neben ihrem Fahrzeug im toten Winkel befanden. Abbiegeassistenten könnten Warnsignale aussenden oder automatisch bremsen, doch sie sind bislang nicht Pflicht.

697 getötete Motorradfahrer

Dem Statistischen Bundesamt zufolge waren unter den Verkehrstoten im vergangenen Jahr außerdem 697 Motorradfahrer, 458 Fußgänger und 174 Fahrer von Güterkraftfahrzeugen wie Lastwagen. Weitere 77 Menschen kamen bei anderen Unfällen ums Leben, etwa in einem Bus oder mit landwirtschaftlichen Zugmaschinen. 396.000 Menschen wurden insgesamt bei Unfällen auf der Straße verletzt.

Landstraßen sind besonders gefährlich

Landstraßen bleiben der Statistik zufolge der Schwerpunkt für tödliche Verkehrsunfälle. Mit 69 Prozent ereigneten sich zwar die mit Abstand meisten Unfälle innerhalb von Ortschaften, dort seien aber nur 30 Prozent der tödlichen Unfälle registriert worden. Auf Landstraßen gab es im Vergleich zwar nur 24,3 Prozent der Unfälle, auf diese entfielen aber 57 Prozent der tödlichen Unglücke. Auf Autobahnen wurden demnach 6,7 Prozent aller Unfälle mit Personenschaden und 12,9 Prozent der tödlichen Verkehrsunfälle gezählt.

Insgesamt sank die Zahl der Verkehrstoten zwischen 2010 und 2018 um 10,2 Prozent. Allerdings verloren 2018 mehr Menschen ihr Leben als im Vorjahr. 2017 war der bisher niedrigste Stand der Verkehrstoten seit mehr als 60 Jahren verzeichnet worden.

Infografik: Verkehrstote 2018
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Im Vergleich zu 2010 ist die Zahl der Verkehrstoten im Jahr 2018 gesunken. Dagegen ist die Zahl der getöteten Fahrradfahrerinnen und -fahrer deutlich gestiegen.

Angesichts der gestiegenen Zahl getöteter Radfahrer und der hohen Zahl tödlich verletzter Fußgänger forderte der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR), Kommunen müssten stärker in Verkehrssicherheit investieren. So müsse bei der Planung neuer Straßen erst an schwächere Verkehrsteilnehmer gedacht werden, forderte DVR-Präsident Walter Eichendorf.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. Juli 2019 um 20:00 Uhr.

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